https://www.faz.net/-hbv-98unz

Immobilienpreise : Es fehlt an Bauland

Wer in der richtigen Lage Bauland besitzt, könnte bald ordentlich Reibach machen. Bild: dpa

Der Immobilienmarkt brummt weiter. Die Daten der LBS-Makler zeigen, was mit den Immobilien los ist.

          2 Min.

          Auch wenn die Hypothekenzinsen schon wieder etwas gestiegen sind, langfristig betrachtet sind sie noch immer niedrig. Entsprechend hoch ist weiterhin das Interesse der Bundesbürger an den eigenen vier Wänden, nicht nur zahlreiche Baustellen in großen Städten zeugen davon. Die fortgesetzt starke Nachfrage nach Wohnimmobilien schlägt sich natürlich auch in den Vermittlungsergebnissen von Immobilienmaklern nieder. Das zeigen zum Beispiel die jüngsten Daten von Landesbausparkassen (LBS) und Sparkassen.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Demnach verzeichneten die regionalen LBS-Immobiliengesellschaften und die Sparkassen Vermittlungs GmbH in Bayern im Jahr 2017 mit rund 34.100 vermittelten Objekten ein Rekordvolumen von rund 7,5 Milliarden Euro – ein Anstieg zum Vorjahr von 5 Prozent. Der Löwenanteil sei mit rund 15.800 Eigenheimen und 12.200 Eigentumswohnungen auf den Bestand entfallen, der Rest auf Neubauten. Die Zahlen der größten Maklergruppe Deutschlands seien ein wichtiger Indikator für das Geschehen am deutschen Wohnungsmarkt, heißt es von den LBS.

          Auf der Suche nach Bauland

          „Die historisch niedrigen Zinsen und die unverändert gute Beschäftigungslage halten die Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen hoch“, sagt LBS-Verbandsdirektor Axel Guthmann. Trotz der in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Preise vor allem in Ballungsräumen und eines knapper werdenden Angebots fänden die Interessenten aber dennoch passende Objekte, die bezahlbar seien. So kostete eine Eigentumswohnung aus dem Bestand von LBS und Sparkassen im Vorjahr im Durchschnitt 147.000 Euro, was einem Anstieg von 5 Prozent gegenüber dem Jahr 2016 gleichkommt. Für eine Einfamilienhaus waren es durchschnittlich 209.000 Euro und damit 8,2 Prozent mehr als zuvor.

          Doch es gibt große Unterschiede. Nach den Vermittlungsergebnissen dieser Institute kosteten Neubauprojekte von Eigentumswohnungen und auch von Einfamilienhäusern doppelt so viel wie bestehende Immobilien. Käufer mussten demnach im Vorjahr durchschnittlich 268.000 Euro (plus 1,8 Prozent) für eine neue Wohnung und 400.000 Euro (plus 6,1 Prozent) für ein neues Haus bezahlen.

          Dieser deutliche Preisunterschied zwischen Neubauten und bestehenden Objekten dürfte vor allem auf den „Engpassfaktor Bauland“ zurückzuführen sein, sagt Guthmann. Denn neue Objekte entstünden vor allem in den Zentren der Wohnungsnachfrage, mit den dort tendenziell höheren Grundstückspreisen. Zudem zeige sich, dass das Angebot von Bauland insgesamt rückläufig sei, die Nachfrage jedoch steige. Angesichts einer solch gegenläufigen Entwicklung sei es nicht verwunderlich, dass die Preise für Bauland im Jahr 2017 mit einem Plus von durchschnittlich 24 Prozent so deutlich gestiegen seien wie nie zuvor, sagt Guthmann. Und 2018 dürfte die Nachfrage nach Immobilieneigentum hoch bleiben.

          Nach Daten des Finanzdienstleisters FMH beträgt der Zinssatz für ein Hypothekendarlehen mit fünfzehnjähriger Zinsbindung im Bundesdurchschnitt 1,8 Prozent. Im Tief waren es 1,4 Prozent, vor zehn Jahren aber rund 5,5 Prozent.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Im Bahnhof der Stadt Hangzhou werden ankommende Passagiere aus Wuhan mit Infrarot-Thermometern untersucht.

          Coronavirus : Zahl der Toten auf 25 gestiegen

          Auch die Anzahl der Infizierten ist mit insgesamt über 800 Fällen seit gestern noch einmal deutlich angestiegen. Die Weltgesundheitsorganisation sieht dennoch bislang keinen internationalen Gesundheitsnotstand.
          Gefeiert wie ein Popstar: Heinz-Christian Strache am Donnerstagabend in Wien.

          Strache-Auftritt in Wien : „Hier steht das Original“

          Heinz-Christian Strache will in Österreich mit einer neuen „Bürgerbewegung“ in die Politik zurückkehren und seiner früheren Partei FPÖ das Leben schwer machen. Doch noch lässt er seine Anhänger zappeln – und vermeidet Festlegungen.
          Gesundheitsminister Spahn nimmt den Virusausbruch in China ernst, sieht Deutschland jedoch gut gewappnet.

          Spahn über Coronavirus : „Wir sind wachsam“

          Bundesgesundheitsminister Jens Spahn findet lobende Worte über die chinesische Informationspolitik. Diese funktioniere wesentlich besser als noch während der SARS-Epidemie 2002.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.