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Gefälle bei Immobilienpreisen : Wo Wohnen noch günstig ist

Saarbrücken: Im Saarland ist Wohnen noch günstig. Bild: Maximilian von Lachner

Immobilien sind in den vergangenen Jahren teurer geworden. Aber nicht in jedem Bundesland. Zwischen West und Ost gibt es ein deutliches Gefälle. Und in einem Land wohnt es sich besonders günstig.

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          Dass Häuser und Wohnungen in den vergangenen fünf Jahren teurer geworden sind, ist eine Binsenweisheit. Das gilt nicht nur für die großen Städte wie Berlin, wo Käufer im Vergleich zum Jahr 2018 im Durchschnitt fast ein Drittel weniger für ihr Eigenheim gezahlt haben, sondern auch für das Umland: Brandenburger gaben fünf Jahre zuvor sogar mehr als 40 Prozent weniger für Wohnungen aus. Diese Zahlen legte jetzt der Potsdamer Spezialist für Baufinanzierung, Dr. Klein, vor.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch auch anderswo stiegen die Preise für Wohnungen kräftig: In Baden-Württemberg und Bayern etwa, wo diese um rund 60 Prozent teurer wurden – im Durchschnitt ein Anstieg von 10 Prozent jährlich. Andere Bundesländer bleiben dagegen deutlich zurück: Nordrhein-Westfalen und Sachsen etwa, aber auch interessanterweise Hamburg, wo die jährliche Teuerungsrate nur bei 4 bis 5 Prozent liegt. Ganz zu schwiegen einmal von Thüringen, wo Wohnungen innerhalb von fünf Jahren sogar um 2 Prozent billiger wurden.

          Vergleicht man dabei Neu- und Altbauwohnungen ergeben sich interessante Unterschiede. So wurden in Bayern vor allem Altbauwohnungen teurer, während die Quadratmeterpreise für Neubauwohnungen nur um 29 Prozent stiegen und damit eher in geringerem Umfang als in den meisten anderen Bundesländern. In Bremen bleiben die Preise für Neubauwohnungen konstant, während Altbauwohnungen um die Hälfte teurer wurden.

          Weniger stark auseinander klafft die Häuserpreisentwicklung. Während bei Wohnungen die Spanne zwischen Thüringen am einen und Brandenburg am anderen Ende 70 Prozentpunkte beträgt, sind es bei Häusern nur 26 Prozentpunkte zwischen dem Saarland und Berlin.

          In den meisten Bundesländern lassen sich Immobilienkäufer Wohnungen sogar mehr kosten als Häuser. Nur in Nordrhein-Westfalen, Bremen und im Saarland liegen die durchschnittlich gezahlten Quadratmeterpreise für Wohnungen unter denen von Häusern. Teuerstes Bundesland ist Hamburg mit Preisen von durchschnittlich 4.370 Euro für Wohnungen und 3.690 Euro für Häuser. Die Saarländer hingegen zahlen durchschnittlich fast 3.000 Euro je Quadratmeter weniger für Wohnungen und rund 2.300 Euro für Häuser.

          Tatsächlich liest sich die Rangfolge der Preise fast wie die des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf. Eine Ausnahme machen dabei die Bremer, die trotz des zweithöchsten Einkommens sich in der unteren Hälfte der Immobilienpreise wiederfinden. Dagegen wohnen die Brandenburger eher teuer. Legt man das Pro-Kopf-Einkommen auf die Quadratmeterpreise um, ergibt sich ein interessantes Muster.

          Demnach gibt es in der östlichen Landeshälfte – und zwar einschließlich Bayerns, aber ohne Thüringen und Sachsen-Anhalt –signifikant weniger Quadratmeter Wohnung fürs Geld als in der westlichen Hälfte. Das zeigt ein interessantes Zusammenspiel von Einkommen und Wohnungspreisen, das aber komplexer ist als dass Wohnungen dort teuer sind, wo das Einkommen hoch ist und umgekehrt. Bei Häusern verschiebt sich die Grenze nach Norden.

          Insgesamt sollte man die Daten nicht überschätzen. So weist etwa gerade Bayern ein großes Gefälle auf zwischen ländlichem Raum und München auf der anderen Seite. Die aggregierten Daten bilden sind nur ein Durchschnittswert, was ihre Aussagekraft begrenzt.

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