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Makler-Gutachten : Bestellerprinzip macht Hauskauf teurer statt billiger

  • Aktualisiert am

Streitfrage: Macht das Bestellerprinzip das Eigenheim teurer oder billiger? Bild: Picture-Alliance

Justizministerium Barley will den Eigenheimkauf durch das Bestellerprinzip bei der Maklercourtage billiger machen. Das Gegenteil wird eintreten, sagt ein Gutachten.

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          Stark steigende Mieten und Immobilienpreise in Ballungsräumen stellen die Bundesregierung vor große Herausforderungen. Bislang ergriffene Maßnahmen wie das Baukindergeld erscheinen eher halbherzig.

          Justizministerin Katarina Barley (SPD) setzt darauf, dass Immobilien billiger werden, wenn bei einem Verkauf die Auftraggeber den Makler bezahlen. Ein Gutachten, das vom Ring Deutscher Makler in Auftrag gegeben wurde, kommt allerdings zum gegenteiligen Schluss.

          Problem Grunderwerbsteuer

          Es sei zu erwarten, dass der Verkäufer die Maklerkosten in den Kaufpreis einkalkuliere. Steige dann der Kaufpreis, werde damit auch mehr Grunderwerbssteuer fällig, die in den vergangenen Jahren in den meisten Bundesländern stark erhöht wurde. Letztlich würde der Käufer damit draufzahlen, denn auf die Maklercourtage muss keine Steuer gezahlt werden.

          Barley erwartet dagegen eine Entlastung der Käufer, da meist der Verkäufer den Makler beauftrage. Maklergebühren stünden gerade in Gegenden mit angespanntem Wohnungsmarkt in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung.

          Allerdings wird in vielen  Bundesländern die Courtage in der Regel zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt. Dadurch wird nicht nur die Wirkung des Bestellerprinzips geringer. Vielmehr müssten Käufer, die einen Makler beauftragen, künftig die gesamte Courtage bezahlen. Am Mittwoch will sich Staatssekretär Gerd Billen mit Vertretern der Immobilienwirtschaft treffen.

          Bei der Vermietung von Wohnungen funktioniere das Bestellerprinzip dagegen, so das Gutachten, da die Höhe der Miete nicht marktwirtschaftlichen Regeln, sondern dem sozialen Mietrecht unterliege. Der Vermieter könne in Gebieten mit hoher Nachfrage wegen der Mietpreisbremse nicht beliebig viel  verlangen und daher die Maklerkosten nicht einfach umlegen.

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          Unser Autor: Martin Benninghoff

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