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Neues Portal für Bausparverträge : Bausparvermittler zahlt Kunden Provision

60 Bauspartarife und gut 300 Varianten hat FMH im Angebot Bild: dpa

Die FMH-Finanzberatung vermittelt künftig Bausparverträge und gibt die Hälfte der Provisionen weiter – schließlich berät sich der Kunde quasi selbst. Die Teilerstattung der Abschlussgebühren ist jedoch umstritten.

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          Abschlussgebühren und Provision sind in der Finanzbranche ein heißes Thema. Der Schutz der Kunden und Verbraucher wird auch hier immer wichtiger. So hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe erst im Mai pauschale Bearbeitungsgebühren für Verbraucherkredite für unzulässig erklärt. Anders sieht es mit den Abschlussgebühren für Bausparverträge aus. Bislang haben Gerichte solche Klagen von Verbraucherschützern abgewiesen.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Diese Abschlussgebühr beträgt ein Prozent der Bausparsumme. Zuweilen werden 1,6 Prozent erhoben. Sie wird direkt nach dem Abschluss des Vertrags fällig und fließt überwiegend als Vermittlungsprovision in den Vertrieb. Schnell ergeben sich ansehnliche Summen. Die Gebühr wird auf die ersten Sparraten angerechnet und würde im Falle einer Kündigung nicht zurückgezahlt. Nun gibt es aber Bewegung im Bausparmarkt. An diesem Freitag startet die FMH-Finanzberatung mit einem neuen Vermittlermodell. Unter dem Namen Meinbausparvertrag.de wird eine Internetseite lanciert, deren Ziel es ist, Bausparverträge über das Internet zu vermitteln.

          So weit, so gut – doch nun kommen die Gebühren ins Spiel: Das Ziel des neuen Modells ist es, die Kunden an der jeweiligen Vermittlungsprovision zu beteiligen, und zwar zur Hälfte. „Auf unserer Internetseite findet der Bauwillige alle nötigen Informationen und Werkzeuge, um sich für einen Bauspartarif zu entscheiden, der optimal zu seinen Angaben passt“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung, die vor allem durch Vergleiche von Zinsen bekannt ist. „Der Kunde informiert und berät sich mit Hilfe der Plattform quasi selbst und hat daher unserer Ansicht nach einen Teil der Beratungsprovision verdient.“ Die Provision werde von den Bausparkassen überwiesen, sobald die Gebühr bezahlt und die Widerrufsfrist abgelaufen sei. Danach leite FMH die Hälfte an die Kunden weiter.

          Die Bafin hat auch noch ein Wörtchen mitzureden

          Im Jahr 2013 verkauften die Bausparkassen hierzulande 3,5 Millionen Neuverträge über eine Bausparsumme von rund 106 Milliarden Euro. Insgesamt haben Deutsche etwa 30 Millionen solcher Verträge mit einer Bausparsumme von fast 848 Milliarden Euro. Der Markt ist zweigeteilt. Es gibt zehn öffentliche LBS-Bausparkassen und elf private Bausparkassen. Die größte davon ist die Bausparkasse Schwäbisch Hall. Sie vereint ein Drittel des Marktes auf sich. Die FMH-Finanzberatung arbeitet künftig mit neun der elf privaten Bausparkassen zusammen. Mit der Bausparkasse Mainz spreche man schon, heißt es. Nicht dabei sei die Aachener Bausparkasse. Ansonsten würden über die Internetseite alle Tarife dieser Bausparkassen angeboten, außer Riester, sagt Herbst. Insgesamt komme man auf 60 Bauspartarife und gut 300 Varianten.

          Ganz unumstritten ist die Weitergabe von Provisionen nicht. Im Jahr 2005 hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) geäußert, sie erachte die Erstattung der Abschlussgebühr an den Kunden für unzulässig. Hintergrund sei das Tarifmodell der Bausparkassen, das jeweils von der Bafin genehmigt werden müsse, sagt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn das Geschäftsmodell einer Bausparkasse bestehe gerade darin, stets neue Sparer zu finden, um an andere Darlehen vergeben zu können. Früher fielen Abschlussgebühren nicht ganz so stark ins Gewicht, weil die Zinsen höher waren. Doch aktuell liegen die Bausparzinsen nur selten noch bei einem Prozent.

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