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Der Steuertipp : Mehr Steuern beim Kauf von Immobilien

  • -Aktualisiert am

Wer sein Haus kauft, zahlt oft zu viel - vor allem nur fürs kaufen dürfen. Bild: obs

Bei Immobilienübertragungen fällt Grunderwerbsteuer an, und mit einem Steuersatz von bis zu 6,5 Prozent auf die Bemessungsgrundlage nicht zu knapp. Bald soll es neue Regelungen geben.

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          Bei Immobilienübertragungen fällt Grunderwerbsteuer an, und mit einem Steuersatz von bis zu 6,5 Prozent auf die Bemessungsgrundlage (in der Regel der Kaufpreis) nicht zu knapp. Neben dem typischen Immobilienkauf unterliegen auch Anteilskäufe an einer Gesellschaft, die Immobilien besitzt, unter bestimmten Voraussetzungen der Grunderwerbsteuer, so etwa bei einer Vereinigung oder Übertragung von mindestens 95 Prozent der Anteile (innerhalb von fünf Jahren).

          Maßgeblich ist dann regelmäßig der Wert der Grundstücke. Das betrifft sowohl institutionelle Investoren und Wohnungsunternehmen als auch Privatinvestoren, die größere Immobilienvermögen in Gesellschaften halten. Doch Kritikern ging die Besteuerung sogenannter „Share-Deals“ nicht weit genug. Dem will nun der Gesetzgeber abhelfen.

          Am 8. Mai hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) verschärfende Regelungen vorgelegt. So soll die maßgebende Beteiligungshöhe von 95 auf 90 Prozent gesenkt werden, so dass bereits Übertragungen von 90 Prozent der Anteile an grundbesitzenden Gesellschaften (sowohl Personen- als auch Kapitalgesellschaften) grundsätzlich Grunderwerbsteuer auslösen. Maßgeblich soll dafür künftig ein Betrachtungszeitraum von zehn Jahren sein.

          Auch die in bestimmten Konstellationen geltenden Haltefristen, deren Verletzung Grunderwerbsteuer auslösen. Sie sollen von bisher fünf Jahren auf 10 Jahre (in Einzelfällen sogar 15 Jahre) ausgedehnt werden. Die Verschärfungen sollen laut Entwurf grundsätzlich für Erwerbsvorgänge gelten, die nach dem 31. Dezember 2019 verwirklicht werden. Dabei sind auch Übergangsregelungen vorgesehen. Erfolgt beispielsweise das Verpflichtungsgeschäft („Signing“) des Anteilsverkaufs innerhalb eines Jahres vor der Einbringung des Gesetzentwurfs in den Bundestag und wird dieser innerhalb eines Jahres nach der Einbringung umgesetzt („Closing“), sollen die Neuregelungen noch nicht greifen.

          Für Privatpersonen mit erheblichem Immobilienvermögen wie auch für Konzerne und mittelständige Unternehmen gilt es, sich auf die neuen Regelungen einzustellen. Zu beachten ist indes, dass sich auch im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch Änderungen ergeben können.

          Der Autor ist Steuerberater und Associate Partner bei EY.

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