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Baugenehmigungen sinken leicht : „Wohnungsmangel wird Dauersituation“

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Trotz hohem Bedarf gehen die Baugenehmigungen zurück. Bild: dpa

Im vergangenen Jahr haben die Baugenehmigungen weiter abgenommen. Für Einfamilienhäuser sanken sie um ein Prozent, für Zweifamilienhäuser um 6,5 Prozent. Die Koalition droht ihr Neubauziel zu verfehlen.

          Trotz Wohnungsmangels in vielen deutschen Regionen ist 2018 der erhoffte Aufschwung bei den Baugenehmigungen ausgeblieben. Ihre Zahl sank um 0,2 Prozent oder um 800 auf 347.300 genehmigte Wohnungen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Schon 2017 waren die Zusagen wegen des Einbruchs beim Bau von Flüchtlingsunterkünften um mehr als 7 Prozent gefallen, nachdem sie von 2008 bis 2016 kontinuierlich zugelegt hatten. Damit drohen Union und SPD ihr Ziel zu verfehlen: Sie haben im Koalitionsvertrag anvisiert, bis 2021 rund 1,5 Millionen Wohnungen zu bauen - das wären 375.000 pro Jahr.

          Die Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern nahmen im vergangenen Jahr gegen den Trend um 4,7 Prozent zu. Dagegen ist die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 1,0 Prozent und für Zweifamilienhäuser um 6,5 Prozent gesunken. Bei Wohnheimen gab es ein Minus von 24 Prozent. Gezählt werden sowohl Genehmigungen für Neubauten als auch für den Umbau bestehender Gebäude.

          “Das ist kein gutes Zeichen für die Zukunft des bezahlbaren Wohnens“, sagte der Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft (GdW), Axel Gedaschko. „Der Wohnungsmangel in Deutschland wird zur Dauersituation.“ Das im Koalitionsvertrag verankerte Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz müsse nun zügig kommen. Zudem sollten steuerliche Verbesserungen für den Wohnungsbau als dauerhafte Änderung statt nur für drei Jahre umgesetzt werden. Auch sollten die Genehmigungskapazitäten in den Ämtern erhöht werden.

          400.000 neue Wohnungen pro Jahr laut Bauwirtschaft nicht zu schaffen

          “Durch fortdauernde Ankündigungen und Versprechen werden die Schlangen bei den Wohnungsbesichtigungen nicht kürzer“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Andreas Ibel. „Wenn es der Politik wirklich ernst ist mit dem Vorhaben, den Neubau anzukurbeln, müssen Worten endlich Taten folgen.“ Der BFW macht für den Negativtrend auch die fehlende Verfügbarkeit von Baugrundstücken verantwortlich. Es müsse mehr und kostengünstigeres Land bereitgestellt werden. Die ordnungsrechtlichen Vorgaben hätten sich zudem seit 1990 von 5000 auf 20.000 vervierfacht und müssten daher dringend entschlackt werden.

          Auch nach Einschätzung der deutschen Bauwirtschaft ist das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr ist nicht erreichbar. „320.000 Wohnungen halten wir für realistisch, es können auch 330.000 sein“, sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, am Donnerstag auf der Münchner Handwerksmesse. „Wir gehen davon aus, dass wir noch zwei, drei Jahre starke Nachfrage im Wohnungsbau sehen.“ Danach werde die Nachfrage sicher zurückgehen.

          Gebaut werden vor allem mehrstöckige Häuser mit Miets- und Eigentumswohnungen. „Der klassische Eigenheimbau stagniert auf Vorjahresniveau“, sagte Verbandschef Marcus Nachbauer.

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