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Teure Grundversorgung : Auf Verbraucher kommen Rekordstrompreise zu

Die Deutschen müssen in diesem Jahr mit höheren Strom- und Gaspreisen rechnen. Bild: dpa

Das Jahr 2019 beginnt für viele Verbraucher mit höheren Strompreisen. Über die Hälfte der Grundversorger heben ihre Preise an oder haben Erhöhungen angekündigt. Auch Gas wird deutlich teurer.

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          Während Verbraucher in Deutschland bei den Preisen für Benzin und Heizöl in den ersten Wochen des neuen Jahres etwas entlastet worden sind, wird es für viele Haushalte beim Strom und wohl auch beim Erdgas teurer. Schon 500 von insgesamt 834 Stromversorgern in der sogenannten Grundversorgung – das sind oft Stadtwerke oder die örtlichen Stromunternehmen – haben seit Anfang des Jahres ihre Preise erhöht oder Erhöhungen für die nächsten Wochen angekündigt.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Preiserhöhung beträgt durchschnittlich 5,1 Prozent und betrifft rund 4,7 Millionen Haushalte. Strom ist für Verbraucher in Deutschland im Januar damit so teuer wie noch nie, wie das Internetportal Check 24 in einer Auswertung seiner Daten berichtet. „Verbraucher zahlen einen neuen Rekordstrompreis – Strom ist aktuell 46 Prozent teurer als noch 2007“, sagte Oliver Bohr von Check 24. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden zahle dafür im Schnitt 1437 Euro.

          In der Europäischen Union ist Deutschland allerdings im vergangenen Jahr in der Rangfolge der teuersten Strompreise wieder auf den zweiten Platz zurückgefallen, wie das Internetportal Verivox unter Berufung auf Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat berichtet. In der zweiten Jahreshälfte 2017 hatte Deutschland den ersten Platz unter den teuersten Stromländern Europas belegt. Im ersten Halbjahr 2018 – aus diesem Zeitraum stammen die jüngsten Daten von Eurostat – war Dänemark wieder der Spitzenreiter, gefolgt von Deutschland und Belgien.

          Gas wird in diesem Jahr deutlich teurer

          Beim Erdgas zum Heizen haben 297 der 710 Grundversorger in Deutschland im neuen Jahr schon ihre Preise erhöht oder Erhöhungen für die kommenden Wochen angekündigt. Die Erhöhungen betragen durchschnittlich 8,6 Prozent. Betroffen sind rund drei Millionen Haushalte. Im Durchschnitt steigt der Erdgaspreis für einen typischen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von rund 20 000 Kilowattstunden auf 1236 Euro.

          „Gas wird für Verbraucher in diesem Jahr deutlich teurer“, sagt Check-24-Energiefachmann Bohr. Der Grund für den Preisanstieg seien vor allem die höheren Beschaffungspreise: „Die Börsenpreise für Erdgas sind zwischen März und Oktober 2018 um rund 50 Prozent gestiegen.“

          Spritpreise haben sich normalisiert

          Die Entwicklung der Benzinpreise in der vergangenen Woche war unterdessen eher unspektakulär. Nach den auffällig hohen Preisen aus dem Herbst hat sich die Lage offenbar weitgehend normalisiert. In seiner wöchentlichen Auswertung der Benzinpreise von 14.000 Tankstellen meldet der Autoklub ADAC, im Vergleich zur Vorwoche müssten Autofahrer für einen Liter Super E10 nun 0,4 Cent weniger zahlen, im Schnitt 1,335 Euro je Liter. Dies sei der niedrigste Wert im noch jungen Kalenderjahr. Ein Liter Diesel habe sich hingegen um 0,7 Cent auf 1,239 Euro verteuert.

          Heizöl ist auch billiger als im Herbst, die Preise ziehen allerdings wieder leicht an. 100 Liter kosteten bei der Abnahme von 3000 Litern zuletzt rund 64 Euro, wie das Internetportal Heizoel24 berichtet, an das 500 Händler ihre Preise melden. Zum Jahreswechsel war der Heizölpreis kurz unter 60 Euro gesunken, nachdem er im November zeitweise immerhin mehr als 86 Euro betragen hatte.

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