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Mehr Nachhaltigkeit : Der Versicherer Allianz legt klimafreundlich an

Versicherungskonzern Allianz in München Bild: Diana Cabrera Rojas

Deutschlands größter Finanzkonzern will seine Kundengelder klimafreundlicher investieren. Auch im eigenen Betrieb sollen die Klimagase bis zum Jahr 2025 um 30 Prozent sinken. Ganz neu ist das nicht.

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          Deutschlands größter Finanzkonzern will seine Kundengelder klimafreundlicher investieren. Demnach soll der Treibhausgas-Ausstoß der Unternehmen, in denen der Versicherungskonzern über Aktien und Anleihen investiert ist, in den kommenden fünf Jahren um ein Viertel unter das Niveau des Jahres 2019 gesenkt werden. Das gab die Allianz am Donnerstag bekannt.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Diese Vorgaben sind ein Zwischenziel und sie gelten nur für das eigene 800 Milliarden Euro schwere Portfolio, nicht aber für Anlagen, die der Konzern über seine Investmentgesellschaften Pacific Investment Management (Pimco) und Allianz Global Investors für Dritte verwaltet. Auch für Immobilien sollen schärfere Emissionsgrenzen gelten. Der Konzern selbst will bis zum Jahr 2025 die Klimagase, die im operativen Betrieb entstehen, um 30 Prozent gegenüber 2019 verringern.

          „Mit den Veränderungen fangen wir bei uns selbst an – um dann andere zu unterstützen, sich in Richtung der Klimaneutralität zu entwickeln. Wir sind überzeugt, dass sich die Integration von Klima- und Nachhaltigkeitsaspekten positiv auf unsere Anlagestrategie auswirkt“, erklärte Allianz-Vorstand Günther Thallinger.

          Die Münchner haben sich vor gut zwei Jahren mit anderen Großinvestoren in der sogenannten Net-Zero Asset Owner Alliance zusammengeschlossen, um die Klimagase zu reduzieren. Bis zum Jahr 2050 wollen Versicherungskonzerne wie die Allianz und Axa, der staatliche französische Pensionsfonds Caisse des Dépots und der kanadische Rentenversicherer CDPQ ihr Anlageportfolio klimaneutral stellen und so dem Ziel des Pariser Klimagipfels entsprechen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Entsprechend werden seither alle Aktien und Unternehmensanleihen auch auf ihre Vereinbarkeit mit dem Ziel des Pariser Klimaabkommens geprüft.

          Zusammenschluss, um Druck zu erhöhen

          Dass sich das Klimabündnis, das unter dem Dach der Vereinten Nationen angesiedelt ist, und dem mittlerweile 30 internationale Investmentgesellschaften angehören, ein ehrgeiziges Zwischenziel bis zum Jahr 2025 gesteckt hat, das hat die Allianz schon im Oktober vergangenen Jahres gegenüber der F.A.Z. verkündet. „In den nächsten fünf Jahren werden sich die Emissionen unserer Kapitalanlagen messbar verringern“, sagte Allianz-Manager Udo Riese und sprach damals von einem klaren Signal, „dass sofort etwas passiert“.

          Das Kalkül: Wenn Großkonzerne wie der Münchner Versicherungsriese und international tätige Vermögensverwalter und Pensionskassen mit ihren verwalteten Kapitalanlagen von mehr als 5 Billionen Dollar sich zusammenschließen, erhöhen sie den Druck auf Unternehmen, die mit fossilen Energiearten wie Öl, Gas und Kohle ihr Geschäft machen. Vor allem energieintensive Branchen werden so zum Umdenken gezwungen, da sie anderenfalls ihre Investoren verlieren.

          Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass Märkte und Staaten lernen müssten, mit neuen Risiken wie Pandemien, Klimawandel oder sozialen Unruhen umzugehen, erklärte Allianz-Chef Oliver Bäte: „Es ist die wichtigste Aufgabe der kommenden Dekade, eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten.“

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