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Kredite : Schufa-freier Kredit in der Kritik

  • -Aktualisiert am

Vielleicht doch besser mit? Bild: Sick, Cornelia

150 Millionen Euro Schaden entstehen jährlich durch Kreditangebote ohne Schufa-Prüfung. Meist werden sie gar nicht vergeben. Die Kreditsuchenden zahlen aber trotzdem.

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          Die Kreditauskunftei Schufa warnt vor unseriösen und betrügerischen Kreditangeboten mit der Bezeichnung „Schufa-frei“. Deren Anbieter seien vor allem darauf aus, durch angebliche Gebühren und Verträge Geld zu verdienen.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das geht aus einer Studie im Auftrag der Schufa hervor, die diese am Montag in Berlin vorgestellt hat. „Die Angebote für ,Schufa-freie’ Kredite führen die Menschen noch tiefer in die Schuldenfalle“, sagte Schuldnerberater Christian Maltry vom Landratsamt Main Spessart, der dies mit dem Wirtschaftsjuristen Hugo Grote, Professor an der Fachhochschule Koblenz, untersucht hat.

          Sittenwidrige Zinsen

          In acht von zehn Fällen trifft eine Person, die einen Kredit ohne Bonitätsprüfung sucht, demnach auf einen unseriösen Anbieter. Jedes Jahr werden nach Schätzungen etwa 400.000 Menschen Opfer eines Kreditvermittlungsbetrugs. Mit einer durchschnittlichen Schadenssumme von 380 Euro kommt die Schufa auf einen Gesamtschaden von 150 Millionen Euro im Jahr. „Ohne Aufklärung über unseriöse Kreditvergabe laufen die Verbraucher in die Falle“, sagte Michael Freytag, Vorstandsvorsitzender der Schufa Holding.

          Für die Studie wurden 69 Anbieter in 177 Fällen nach Krediten von bis zu mehreren 10.S000 Euro befragt. Nur in zwei Fällen wäre der Kredit tatsächlich gegeben worden - jedoch mit annähernd sittenwidrigen 25 Prozent Jahreszins, sagte Maltry. Vor allem verlangten die Anbieter Geld für Vorabgebühren, Schnellbearbeitungsgebühren, Versicherungen, Beratungsverträge, nicht nachgewiesene Auslagen oder Hausbesuche. „Es geht darum, bei Menschen zu kassieren, die in Notsituationen sind“, sagte Hugo Grote.

          Abzocke auch ohne Kredit

          “Die Schufa-Studie hat erhebliche Defizite bei der Kreditvermittlung aufgedeckt“, sagte ein Sprecher des Bundesverbraucherschutzministeriums. „Die beanstandeten Praktiken verstoßen offensichtlich gegen bereits heute geltendes Recht.“ Eine Vergütung dürfe der Vermittler nur verlangen, wenn tatsächlich ein Vertrag zustande gekommen ist. Handele es sich um betrügerische Praktiken, seien auch Staatsanwaltschaften gefordert, sagte der Sprecher.

          Die Verbraucherzentralen bestätigen die Erkenntnisse der Studie. „Dass in der Zeitung oder auch im Internet Kredite mit ,Schufa-frei’ beworben werden, hat massiv zugenommen“, sagte Jana Brockfeld, Referentin für Schulden und Insolvenz des Bundesverbandes. In den meisten Fällen werde gar kein Kredit vermittelt. Daher sei wichtig, dass die Auslagenerstattung wegfalle. Auch fordert sie eine stärkere Regulierung und ein Vermittlerregister: „Es wird höchste Zeit, dass das auf die Kreditvermittler wie von den Versicherungsvermittlern übertragen wird.“

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