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Krankenversicherung : In der privaten Krankenversicherung bleibt man fürs Leben

Antibiotikaverordnung: als Patient soll man Verantwortung übernehmen und die Entscheidung des Arztes kritisch hinterfragen. Bild: dpa

Wer einmal in die Privatversicherung gewechselt ist, kann kaum noch zurück. Deshalb muss die Entscheidung gut überlegt sein.

          9 Min.

          Rund neun Millionen Menschen in Deutschland haben sich für eine Private Krankenversicherung (PKV) entschieden. Anders als die Gesetzliche Krankenkasse sind für die Finanzierung von Krankheitskosten private Unternehmen zuständig. Ihre Kunden zahlen einen monatlichen Beitrag, der sich nicht wie in der Gesetzlichen nach dem Einkommen richtet, sondern nach den zuvor identifizierten Gesundheitsrisiken: wer eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Erkrankung hat (etwa durch Vorerkrankungen), zahlt eine höhere Prämie (wie die Beiträge bei den Privaten Unternehmen heißen).

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Grundsätzlich geben die privaten Anbieter wie Debeka, DKV, Allianz oder Signal ein Leistungsversprechen ab, das sie nicht mehr zurücknehmen können. Der Umfang hängt vom Tarif ab. Die freie Wahl des Arztes und die Garantie, die neuesten Medikamente zu erhalten (etwa in der Krebstherapie), sind für viele Versicherte entscheidende Kriterien für einen Wechsel. Mit den Alterungsrückstellungen, die am Kapitalmarkt angelegt werden, sichern sie ab, dass die im Alter steigenden Gesundheitskosten ihrer Kunden auch wirklich gedeckt werden können. Damit haben sie aber noch nicht die steigende Lebenserwartung und die wachsenden Ausgaben durch den medizinischen Fortschritt finanziert. Insofern stehen die PKV-Unternehmen vor demselben Kostenproblem wie die GKV – das für sie möglicherweise sogar noch etwas schärfer ausfällt.

          Wer im Vorjahr mehr als 52.500 Euro (Stand 2013) verdient hat, hat ein Wahlrecht. Selbständige und Beamte sind nicht versicherungspflichtig und können deshalb unabhängig von ihrem Einkommen in die PKV aufgenommen werden, sofern die Gesundheitsprüfung es zulässt. Kinder von privat Versicherten können allerdings nicht kostenfrei wie in der GKV versichert werden.

          Wechsel in die PKV ist eine Entscheidung fürs Leben

          Die Entscheidung für eine private Krankenversicherung kommt der für eine lebenslange Liaison gleich. Denn ein Wechsel zurück in die GKV ist nur sehr eingeschränkt möglich: zum Beispiel, wenn man seine Arbeit aufgibt und über seinen Ehepartner einen Anspruch auf Familienversicherung hat. Auch wer vom Selbständigen zum Arbeitnehmer wird, Elterngeld empfängt oder Student ist, kann auf Antrag in die GKV wieder aufgenommen werden – allerdings nicht mehr nach dem 55. Lebensjahr.

          Wer mit seinem Anbieter unzufrieden ist, kann dagegen nur innerhalb des PKV-Lagers wechseln. Kunden, die nach dem 1.1.2009 einen Vertrag abgeschlossen haben, können bei einem Wechsel der Gesellschaft sogar den Teil der Alterungsrückstellungen mitnehmen, den sie im Basistarif angesammelt hätten. Innerhalb der Gesellschaft können Kunden ohne neue Gesundheitsprüfung in einen günstigeren Tarif wechseln und behalten die kompletten Alterungsrückstellungen. Auch durch höhere Selbstbehalte lassen sich Prämien verringern.

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