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Joko Winterscheidt : Wie legen Sie Geld an, Herr Winterscheidt?

Herr Winterscheidt, wie haben Sie das gemacht? Der deutsche Moderator über seine Investitionen. Bild: Julia Zimmermann

TV-Moderator Joko Winterscheidt hat erst in Socken investiert und jetzt in Gin. Aber es gibt auch ein paar seriöse Projekte.

          Herr Winterscheidt, wie sind Sie zum Unternehmer geworden?

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Das Unternehmerische ist schon immer in mir gewesen. Ich habe als Kind auf dem Flohmarkt meine Carrerabahn verkauft, weil ich neue Sachen haben wollte – und bin immer mit viel zu wenig Geld zurück nach Hause gekommen.

          Weil Sie schlecht verhandelt haben?

          Ich habe einfach immer den ersten Preis akzeptiert, der mir genannt wurde. Später habe ich versucht, meinen Vater davon zu überzeugen, dass ich eine Eisdiele aufmachen kann. Seine Begeisterung hielt sich in Grenzen.

          Vielleicht besser so. Heute machen Sie als Teil des Duos Joko&Klaas vor allem ziemlich erfolgreich Quatsch auf dem Sender Pro Sieben. Hilft Ihnen das bei den Investments?

          Exakt. Viele mögen das Fernsehen verfluchen, aber für mich war es ein Segen. Irgendwann habe ich festgestellt, dass Leute auf mich zukommen, weil ich eine gewisse Aufmerksamkeit auf mich ziehe.

          Auf Twitter folgen Ihnen fast 1,5 Millionen Menschen, bei Facebook noch mehr.

          Ja, daraus entstand das erste Investment. Ein Freund, der bei dem Start-up GoButler mitgemacht hat, holte mich ins Boot. Ich habe gemerkt, wie viel Spaß das gemacht hat. Einfach in einem ganz anderen Feld als den Medien zu arbeiten. Das wollte ich öfter machen.

          Dieser SMS-Bestellservice GoButler hat 8 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt – sind Sie da auch richtig mit eingestiegen?

          Nein, da ist auch mir das Risiko zu hoch. Ich bin zu einer anderen Bewertung in das Unternehmen reingegangen, ich bekomme Anteile für Medien- und PR-Leistungen, „Media for Equity“ heißt das so schön in der Branche.

          Das bedeutet also Werbung gegen Firmenanteile. Sie haben auf allen Kanälen kräftig dafür geworben, ob in sozialen Medien oder im Fernsehen.

          Ja, aber ich finde es auch immer wichtig, dass man das nicht nur so macht, sondern sich zu einem niedrigen Prozentsatz auch finanziell beteiligt. Ich setze mich nicht einfach mal in eine Fernsehshow und das war es dann. Ich glaube an die Idee und verpflichte mich dann auch finanziell, um das zu untermauern. Aber man muss das, glaube ich, in einem Rahmen machen, in dem man nachts noch ruhig schlafen kann. Wenn im Fall von GoButler riesige Risikokapitalgeber aus Amerika kommen und da siebenstellige Beträge reinpumpen, bin ich leider raus. Ich würde jetzt nicht mein Erspartes zusammenkratzen, um zu sagen, ich hätte jetzt auch mal Bock, so eine richtig fette Runde mitzumachen, nur damit ich meine Position im Unternehmen verbessere. Das wäre genauso dumm, wie alles Geld von der Bank in Aktien zu stecken, und am nächsten Tag crasht die Börse.

          Das Risiko ist im Investment höher.

          Schon, das ist auf der anderen Seite aber auch eine wahnsinnige Chance. Und es macht total viel Spaß, selbst zu planen. Ich kann einer Bank sagen, wo ich mein Geld investieren will, aber ich kann nicht dafür sorgen, dass das gut läuft. Das machen andere. In dem Fall kann ich selbst mitgestalten. Auf der Bank werde ich auch nicht mehr bekommen. Und bei einer Krise kann das Geld da auch weg sein.

          Das kann GoButler auch passieren. Das Start-up hat sich komplett aus Deutschland zurückgezogen, ist nach Amerika gegangen und bietet nun eine Flugsuche an. Ist das Projekt gescheitert?

          Nein, wir fokussieren uns mit dem neuen Volltext-Service zunächst nur auf eine Sache, nämlich Flüge, und auf den englischsprachigen Markt, der viel größer ist als der deutsche. Wir schauen, ob das klappt. Aber es sieht gut aus und ist etwas Neues. Das ist spannend.

          Sie haben außerdem in ein Socken-Start-up investiert.

          Mit den beiden Gründern von „von Jungfeld“ habe ich mich an einem Nachmittag getroffen. Es gab viel Wein und ein sehr tolles Gespräch. Mit guten Leuten kann man gute Geschichten schreiben. Ich habe da eine Regel: Ich möchte nicht mit Arschlöchern zusammenarbeiten.

          Das kann in der Investmentwelt beizeiten schwierig werden. Kommt denn da noch etwas Neues?

          Die Auswahl ist klein, wenn man auf Arschlöcher verzichten will, aber ich habe zum Glück auch umtriebige Freunde. Mein Freund Pascal Hedrich hat vor einiger Zeit mit anderen Freunden einen Gin auf den Markt gebracht. Muscatel Gin. Unfassbar gutes Zeug. Da ich ein Riesen-Gin-Freund bin und Pascal einfach ein geiler Typ ist, bin ich da mit eingestiegen.

          Steckt da schon Ihr Geld drin?

          Jetzt wollen Sie Zahlen hören, richtig? Die sage ich aber nicht. Pascal und ich sind gute Freunde, und wir haben uns gerade deswegen lange Gedanken gemacht, wie ein Beteiligungsmodell aussehen könnte. Ich denke, wir haben ein Modell gefunden, das beide Seiten happy macht.

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