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Mit Schubkarre zum Gericht : Indonesier erstattet Ex-Frau Schuldenberg – in Münzen

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Die Münzen bei einem Geldwechsler in Scheine umzutauschen, dazu hatte der säumige Ex-Gatte wohl keine Lust. Bild: Reuters

Wer die Rupiah nicht ehrt, ist des Unterhaltes nicht wert? Das dachte sich wohl ein Mann aus Indonesien, der seiner ehemaligen Frau noch Unterhalt für neun Jahre schuldete. Er zahlte die 153 Millionen Rupiah, allerdings in Münzen.

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          Rund neun Jahre lang hat er seiner Ex-Frau keinen Unterhalt gezahlt - nun hat der indonesische Beamte Dwi Susilarto all seine Schulden auf einmal gezahlt: Nur in Münzen karrte er 153 Millionen Rupiah an, umgerechnet 9000 Euro. In zwölf Säcken und mit Hilfe einer Schubkarre transportierte Susilarto das Geld am Donnerstag zu einem Gericht. Nach Angaben seines Anwalts Sutarto wogen die Münzen rund 890 Kilogramm.

          Zwischen Susilarto und dem Anwalt seiner Ex-Frau kam es beinahe zu einem Handgemenge, weil der Jurist sich weigerte, das Geld zu zählen. Der Anwalt des Beamten wies den Vorwurf zurück, dass Susilarto seiner Ex-Frau Hermi Setyowati auf diese Weise eins auswischen wollte. Das niedrige Beamtengehalt habe ihn zu dieser Maßnahme gezwungen, nachdem ein Gericht in Karanganyar in Zentral-Java ihn aufgefordert habe, die in den vergangenen neun Jahren nicht gezahlten Unterhaltszahlungen zu übergeben.

          „Ich war wirklich selber überrascht, aber mein Mandant hat gesagt, dass Freunde und Angehörige ihm das Geld gegeben haben, und die meisten von ihnen in Münzen“, sagte der Anwalt am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. „Es gab nicht die Absicht, jemanden zu beleidigen. Das ist alles, was er hat.“

          Die Frau akzeptierte schließlich den Berg Geld, nahm die Entschuldigung ihres Ex-Mannes aber nicht an. „Das ist beleidigend, als wenn er mich arm nennen würde“, sagte sie örtlichen Medien zufolge. Das Geld nachzählen mussten letztendlich Angestellte des Gerichts.

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