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HUK-Coburg : Größte Autoversicherung will die Preise weiter erhöhen

  • Aktualisiert am

Auch der braucht eine Versicherung. Bild: dpa

Deutschlands größte Autoversicherung, die HUK-Coburg, will ihre Prämien dieses Jahr weiter anheben. Die Konkurrenten machten es ähnlich, erwartet sie.

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          Die Preisspirale in der Autoversicherung wird sich nach Ansicht des deutschen Marktführers HUK-Coburg weiter drehen. „Die Phase der Preiserhöhungen wird noch eine gewisse Zeit weitergehen“, sagte der für das Sachversicherungs-Geschäft zuständige Vorstand Klaus-Jürgen Heitmann am Dienstag in Nürnberg.

          Die Unternehmen der Branche verdienten immer noch kein Geld, obwohl die Tarife seit 2009/2010 steigen. Und nun kommen noch die Schäden aus dem Hochwasser im Süden und Osten Deutschlands hinzu: „Das wird den Markt kräftig Geld kosten“, sagte Heitmann. Abgesoffene Autos seien meist Totalschäden.

          Die HUK-Coburg, mit 9,3 Millionen versicherten Fahrzeugen Nummer eins in Deutschland vor der Allianz, hat 2012 mit 99,7 (2011: 104,8) Prozent in der Sparte nach zwei Jahren zwar wieder knapp schwarze Zahlen geschrieben. Vorstandssprecher Wolfgang Weiler ist damit aber noch unzufrieden: „Das kann nicht reichen. Es sind weitere Verbesserungen nötig, um die Sparte nachhaltig profitabel zu machen. Das wird uns auch gelingen“, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz. Ziel seien im Schnitt 97 bis 98 Prozent. Im vergangenen Jahr stiegen die Prämieneinnahmen in der Kfz-Sparte um 8,3 Prozent, 4,7 Prozent entfielen auf Beitragserhöhungen. Dennoch habe die HUK-Coburg Marktanteile gewonnen, betonte Heitmann. 2013 soll noch etwas stärker an der Preisschraube gedreht werden.

          Mehr Versicherungen werden in Autohäusern abgeschlossen

          Vor allem bei Neuanmeldungen oder Gebrauchtwagenkäufen hätten sich Kunden für den Versicherer entschieden. Sie machen zwei Drittel des Neugeschäfts aus. Dagegen hätten sich zum Ende des Jahres relativ wenige Autofahrer für einen neuen Versicherer entschieden, weil ihre Beiträge angehoben wurden. „Die Kunden finden keine preiswerteren Angebote mehr im Markt“, erklärte Heitmann die Entwicklung. Auf die Online-Tochter HUK24 entfällt ein Viertel der neuen Verträge.

          Die wachsende Konkurrenz durch den stärkeren Verkauf von Versicherungspolicen in den Autohäusern selbst sieht die HUK-Coburg mit gemischten Gefühlen. Kürzlich hatten die Allianz und der Volkswagen-Konzern eine gemeinsame Versicherungs-Tochter gegründet. „Wir müssen dort sehr wachsam sein“, sagte Heitmann. HUK-Coburg sei hier im Hintertreffen, weil Autobauer meist weltweite Partner suchten. Andererseits würden auch die Versicherer wie Zulieferer behandelt. „Da haben die Hersteller klare Umsatz- und Margenvorstellungen.“

          Nahezu die Hälfte der Beitragseinnahmen von 5,6 Milliarden Euro (plus 5,5 Prozent) der „Haftpflicht-Unterstützungs-Kasse kraftfahrender Beamter Deutschlands“ (HUK-Coburg) entfällt auf die Kfz-Sparte. Sinkende Schaden-Kosten-Quoten und ein deutlich verbessertes Kapitalanlageergebnis ließen den Überschuss im Konzern 2012 um 91 Prozent auf 381,1 Millionen Euro steigen. Der Vertragsbestand wuchs um drei Prozent auf 32,2 Millionen. Für das laufende Jahr erwartet Vorstandssprecher Weiler - getrieben von der Kfz-Sparte - ein Beitragswachstum von 6,5 bis sieben Prozent. Auch das Ergebnis soll sich weiter verbessern.

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