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Hohe Immobilienpreise : Luxuswohnen in Frankfurt boomt

Ein teures Immobilienpflaster: Frankfurt am Main Bild: Jonas Wresch

Nur in Moskau sind exquisite Häuser und Wohnungen zuletzt noch teurer geworden. In Seoul, Vancouver oder London hingegen sind Luxusimmobilien inzwischen deutlich weniger gefragt. Das hat gute Gründe.

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          Die Lust der Menschen auf Wohnen im Luxus scheint etwas nachzulassen. In den meisten großen Städten der Welt hat sich der Preisanstieg für Luxusimmobilien zuletzt merklich verlangsamt, zum Teil zeichnen sich sogar deutliche Verluste ab. Doch es gibt Ausnahmen: Nicht nur in Moskau, sondern auch im deutschen Frankfurt sind exquisite Häuser und Wohnungen offenbar sehr beliebt und daher deutlich im Preis gestiegen. Dies ergibt eine Analyse der Immobiliengesellschaft Knight Frank.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Luxusimmobilien in Frankfurt sind demnach von Anfang Oktober 2018 bis Ende September 2019 um durchschnittlich 10,3 Prozent teurer geworden. Damit landet die Stadt am Main auf Platz zwei der Analyse. Auf der ganzen Welt fiel nur der Preisanstieg in Moskau mit plus 11,1 Prozent auf Jahressicht noch stärker aus.

          Deutlich nach oben ging es auch in Berlin mit plus 6,5 Prozent – das ergibt Platz fünf der Studie. Im Durchschnitt der untersuchten 45 internationalen Städte betrug die Zunahme der Preise für Spitzenimmobilien insgesamt nur 1,1 Prozent. Im Vorjahr ergab sich hier noch ein Plus von 3,4 Prozent und im Jahr 2017 sogar von 4,2 Prozent. Dennoch haben laut der Analyse drei Viertel der untersuchten Städte nun steigende oder zumindest konstante Preise verzeichnet.

          Gegenwind nimmt zu

          Trotz einer lockeren Geldpolitik sowie eines stetigen Aufbaus von Vermögen sei das Verkaufsvolumen im Luxusbereich in vielen Metropolen niedriger als in den Jahren zuvor, heißt es von Knight Frank. Als Grund für die Marktabkühlung und das geringere Interesse am Luxus nennen die Experten das verlangsamte Wachstum der Weltwirtschaft, das auf einen zunehmenden Gegenwind treffe.

          So werde die Stimmung der Käufer durch die Handelsstreitigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und China, die politischen Spannungen in Hongkong, die amerikanischen Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr und die Unsicherheiten rund um den Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) beeinflusst. Dies sagt Kate Everett-Allen, Partner International Residential Research von Knight Frank.

          Diese Gemengelage hat die Preise für Luxusimmobilien zum Teil deutlich belastet. Die stärksten Preisrückschläge verzeichneten erlesene Häuser und Wohnungen in Seoul mit einem Minus von 12,9 Prozent auf Jahressicht. Auch in Vancouver (minus 10,2 Prozent), Nairobi (5,4), New York (4,4), London (3,9) sowie Dubai und Auckland (je 3,7) fielen die Preise spürbar. Deutlich mehr als zuvor kosten laut Knight Frank dagegen Luxusimmobilien in Taipeh mit einem Jahresplus von 8,9 Prozent, in Manila (plus 7,4 Prozent), in Guangzhou (6,2) sowie in der Schweiz in Genf (5,6) und Zürich (4,5).

          Stockholm überrascht

          Mit Blick auf den Preisschub in Moskau verweist Knight Frank unter anderem auf eine stärkere Nachfrage und die Fertigstellung einer Reihe von „High-End“-Projekten in Spitzengegenden. Neben Frankfurt und Berlin hätten sich auch andere wichtige Städte des Euroraums wie Madrid und Paris mit einem Preisanstieg um jeweils 4,2 Prozent wie erwartet stark entwickelt.

          Die jüngste Erholung der schwedischen Metropole Stockholm sei dagegen eine Überraschung, heißt es von Knight Frank. Nach einem starken Rückgang im Jahr 2018 befinde sich hier das jährliche Wachstum der Preise für Spitzenimmobilien mit plus 2,6 Prozent im untersuchten Zeitraum wieder im positiven Bereich.

          Die Metropole mit der schwächsten Preisentwicklung bis Ende September war laut der Analyse Seoul, die Hauptstadt Südkoreas. Dies sei zum Teil auf eine Preisobergrenze für Neubauten zurückzuführen, die voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres in Kraft trete, heißt es von der Immobiliengesellschaft Knight Frank. Diese Maßnahme folge zudem auf andere Regelungen wie strengere Hypothekenvorschriften und höhere Steuern für Mehrfacheigentümer.

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