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Gewusst wie : Haus, Betriebsrente, Riester: So sorgen Paare richtig vor

Einen entspannten Lebensabend, den wünschen sich viele Sparer - dafür müssen sie aber heute mehr zurücklegen. Bild: dapd

Wer zu zweit spart, kann profitieren - muss aber auch einige Dinge zusätzlich regeln. So geht’s.

          1. Immobilien

          Das gemeinsame Haus oder die Wohnung wird im Grundbuch mit beiden Partnern eingetragen. Das bringt Sicherheit, wenn einer stirbt. Mit dem Hauskauf sollte eine Risikolebensversicherung abgeschlossen werden. Sie soll im Todesfall eines Partners helfen, die Raten für den Hauskredit abzahlen zu können. Schließlich sollten unverheiratete Immobilienbesitzer ein Testament verfassen, auch wenn sie noch jung sind. In ihm sollten sie regeln, dass im Todesfall eines Partners der andere die Hälfte des Hauses bekommt. Denn erbberechtigt sind eigentlich zunächst Kinder und Eltern, nicht aber der uneheliche Lebenspartner.

          2. Riestern (einer arbeitet nicht)

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Für Ehepaare ergeben sich beim Riestern attraktive Möglichkeiten. Setzt einer zur Kindererziehung mit dem Arbeiten aus (meist die Frau), kann sie mit nur 60 Euro Beitrag im Jahr die volle Riesterzulage von 154 Euro und die Kinderzulage von 300 Euro bekommen. Voraussetzung: Der Mann spart die Maximalhöhe von vier Prozent seines vorjährigen Bruttoeinkommens, maximal 2100 Euro im Jahr. Vorsicht: Würde das Paar aus Fairnessgründen jeder 1000 Euro in seinen Riestervertrag einzahlen, würden beide nicht die volle Zulage bekommen. Besser ist es also, wenn der Mann in voller Höhe spart. Dann bekommt auch die Frau die maximale Zulage. Riestert der Mann nicht, kann die Frau nur im Erziehungsurlaub (maximal die ersten drei Jahre) eine Zulage bekommen, wenn sie vorher nicht selbständig war. Ist das Paar nicht verheiratet, bekommt die Frau keine Riesterförderung, wenn sie nicht arbeitet.

          3. Riestern (beide arbeiten)

          Wenn zum Beispiel die Frau in Teilzeit arbeitet, muss sie vier Prozent ihres eigenen Bruttoeinkommens zahlen, nicht des Familieneinkommens, um die volle Zulage zu bekommen. Es ist dann egal, ob auch der Mann riestert.

          4. Betriebliche Altersvorsorge

          Verdient ein Partner viel Geld, macht es Sinn, dass er betrieblich vorsorgt. Denn dann kann er mehr als 2100 Euro im Jahr (Riester-Maximalbetrag) gefördert sparen, aber ebenfalls nur vier Prozent seines Bruttoeinkommens. Hat die Frau eine betriebliche Altersvorsorge und setzt dann wegen der Kindererziehung mit dem Arbeiten aus, kann es sinnvoll sein, weiter privat, aber ungefördert in den Vertrag einzuzahlen. Nämlich dann, wenn die Garantiezinsen noch hoch sind oder nach Abzug der Kosten noch nicht viel Kapital eingezahlt wurde, das sich verzinsen kann. Wurde aber schon viel Geld eingezahlt, kann man den Vertrag eventuell ruhenlassen und lieber in lukrativere Sparformen einzahlen. Wenn die Frau später wieder woanders arbeitet, kann sie den alten Vertrag in der Regel auch zum neuen Arbeitgeber mitnehmen.

          5. Private Rentenversicherung

          Es gibt Paar-Verträge, aber sie sind kaum günstiger als zwei separate Rentenversicherungen. Wichtiger ist: In dem Vertrag sollte der Partner als Begünstigter eingetragen sein. Dann bekommt er im Todesfall die monatliche Rente. Die Begünstigung kann gerade bei Unverheirateten unwiderruflich erfolgen, dann können auch die Erben später nicht mehr daran rütteln. Scheitert eine Beziehung und beginnt eine andere, sollte man überlegen, ob man den Begünstigten ändert, falls die Begünstigung widerruflich ist.

          6. Vollmachten

          Paare sollten sich gegenseitig Vollmachten ausstellen. Dann kann ein Partner wichtige Entscheidungen fällen, wenn etwa ein Partner ein Pflegefall wird und nicht mehr geschäftsfähig ist. Oder wenn er gar im Koma liegt.

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