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Vermögen in Deutschland : So reich wie nie

Wer den Euro nicht ehrt, ist die Million nicht wert: Jede Menge Euro-Münzen. Bild: dpa

Die Deutschen haben zwei Erfolgsformeln für ihren Reichtum: Eifriges Sparen und die Geldanlage in Aktien.

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          Die Geldvermögen der Deutschen sind im ersten Quartal auf einen Rekord gestiegen. Wie die Deutsche Bundesbank am Montag mitteilte, erreichte das Geldvermögen Ende März einen Stand von 6,17 Billionen Euro. Auf die 83 Millionen Einwohner des Landes umgerechnet ergibt dies ein Durchschnittsvermögen von gut 74.000 Euro. Im ersten Quartal erhöhte sich das Geldvermögen um 153 Milliarden Euro oder 2,6 Prozent. 87 Milliarden Euro davon waren Ersparnisbildung und 66 Milliarden Euro Bewertungsgewinne von Wertpapieren.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Die Bundesbank attestiert den Deutschen weiterhin eine „Präferenz für liquide oder als risikoarm empfundene Anlagen“. Von den Ersparnissen fließt ein Großteil auf Giro- und Tagesgeldkonten oder wird in bar gehalten. Erstmals seit vier Jahren verzeichnete die Bundesbank aber auch wieder Nettozuflüsse auf Spareinlagen und Sparbriefe, obwohl die Zinsen für diese Formen der Geldanlage weiter sinken. Insgesamt 40 Prozent ihrer Vermögen und damit rund 2,5 Billionen Euro verwahren die Deutschen auf (nahezu) zinslosen Konten oder in bar. Fast ebenso hoch sind die Ersparnisse in Lebens- und Rentenversicherungen.

          Auch die Schulden wachsen

          Nur fünf Prozent ihrer Vermögen halten die Deutschen in Aktien. Dieser kleine Anteil trug jedoch im ersten Quartal den Großteil der Erträge aus der Geldanlage bei. Kursgewinne von gut 30 Milliarden Euro verzeichneten die Aktionäre. Ein Plus von 10 Prozent. Auch die Fondsbesitzer konnten sich in einem starken ersten Quartal an den Kapitalmärkten über mehr als 30 Milliarden Euro Wertgewinne freuen. „Der seit dem Jahr 2014 beobachtete Trend zu einem erhöhten Kapitalmarktengagement der Haushalte setzte sich im Berichtsquartal fort“, schreibt die Bundesbank. Immerhin 10 der gesparten 87 Milliarden Euro legten die Deutschen in Aktien und Fonds an.

          Über die Verteilung des wachsenden Reichtums in Deutschland macht die Bundesbank keine Angaben. Wohl aber beleuchtet sie auch die Kredite der privaten Haushalte. Demnach lasten auf ihnen 1,8 Billionen Euro Schulden. Vor allem das Interesse an Immobilienfinanzierungen ist rege. Mit einem Plus von 17 Milliarden Euro steigt die Verschuldung jedoch deutlich langsamer als die Vermögen, so dass auch nach Abzug der Schulden die Privathaushalte über Rekordgeldvermögen von knapp 4,4 Billionen Euro verfügen. Der Wert der Immobilien ist hier nicht eingerechnet.

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