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Geld sicher und flexibel parken : Tagesgeld und Festgeld

Eine gute Alternative zum Sparstrumpf: Das Tagesgeldkonto. Bild: picture-alliance/ dpa

Tages- und Festgeld sind sinnvoll, um Geld auf die Seite zu legen. Doch die Zinsen für Tagesgeld sind gering, bisweilen lohnt es sich, das Geld länger anzulegen und auf Festgeld zu setzen.

          Zu den wohl beliebtesten Anlagen der Deutschen zählt das Tagesgeld. Dies sind täglich und damit jederzeit verfügbare Einlagen bei Banken und Sparkassen. Sie gelten als idealer Ort, um das Geld zu parken, das man gerade nicht benötigt, und dafür - anders als auf den meisten Girokonten - wenigstens etwas an Zinsen zu bekommen.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dabei sind die Zeiten für Anleger wieder lukrativer geworden: Immer mehr Banken werben mit gestiegenen Zinsen um Kunden. Ohnehin wird gerade Tagesgeld häufig höher verzinst als einfache Spareinlagen.

          Leitzinssenkung drückt Tagesgeldzins

          Allerdings hat die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank auch die Verzinsung der Tagesgeldkonten gedrückt. Der Zinssatz für Tagesgeld liegt in Deutschland derzeit im Durchschnitt bei 0,85 Prozent, vor einem Jahr waren es noch knapp 1,5 Prozent. Dies hat die FMH-Finanzberatung aus den Daten der Finanzinstitute errechnet. Zum Vergleich: Für ein Sparbuch wird laut FMH im Durchschnitt aktuell ein Zins von  0,3 Prozent gezahlt, der sogenannte Spareckzins.

          Hauptgrund für die geringen Erträge der Sparer sind die niedrigen Leitzinsen. Im Mai hat die EZB den Leitzins von 0,75 auf 0,5 Prozent gesenkt, das ist das niedrigste Niveau, das es je in einem Land des Euroraums gegeben hat. Viele Banken orientieren sich mit ihrem Anlagezins gerne am Leitzins der Notenbank, während sie für die Kreditvergabe andere Zinssätze als Vergleichsmaßstab wählen.

          Neukunden bevorzugt

          Die Spannweite zwischen den Tagesgeld-Angeboten der verschiedenen Finanzinstitute ist gleichwohl groß. Einige bieten ihren Kunden noch immer Zinsen von nur 0,25 Prozent, andere hingegen wie Renault Bank oder Rabo direct liegen mit ihren Zinssätzen von jeweils 1,6 Prozent nach Angaben von FMH derzeit deutlich über dem Marktdurchschnitt. Ein genauer Vergleich der jeweiligen Konditionen lohnt sich daher.

          Die Banken haben lange Zeit vor allem vor allem Neukunden mit besonders hohen Sätzen umworben. Diese bekamen häufig höhere Zinssätze als die Bestandskunden, weshalb sich ein Wechsel des Finanzinstituts durchaus auszahlen konnte. Allerdings hat dieser Trend nachgelassen. Viele Banken halten sich mit Lockangaben zurück.

          Konditionen beachten

          Anleger sollten bei Angeboten für Neukunden auf jeden Fall die Bedingungen genau unter die Lupe nehmen, sonst könnten böse Überraschungen auf sie warten. Wichtig ist es zum Beispiel, dass höhere Zinsen eine Zeitlang, oft ein halbes Jahr, festgeschrieben sind. Denn ein Kennzeichen von Tagesgeldkonten ist es ja gerade, dass sich die Zinsen zumindest theoretisch täglich ändern können.

          Für Anleger kann es sich auch manchmal durchaus lohnen, das Geld etwas längerfristiger anzulegen. Banken können mit solchen Einlagen leichter planen und zahlen deswegen teilweise höhere Zinsen.

          Festgelder prüfen

          Eine dem Tagesgeld nahe Alternative ist das Festgeld. Wie der Name schon sagt, ist das Geld hier für die mit der Bank vereinbarte Laufzeit - das können zum Beispiel drei oder zwölf Monate sein - fest angelegt. Dies betrifft sowohl den Zinssatz wie auch die Verfügbarkeit. Anleger können während der Laufzeit grundsätzlich nicht über ihre Einlagen verfügen. Daher sollten sie auch wirklich nur das Geld als Festgeld anlegen, das sie nicht sofort benötigen.

          Allerdings haben sich auch hier die Konditionen verschlechtert. Nach den Daten von FMH erbringt Festgeld mit zwölf Monaten Laufzeit im Bundesdurchschnitt aktuell 0,78  Prozent, für drei Monate liegt der Durchschnittszins nur bei 0,46  Prozent. Das höchste Angebot stammt von der NIBC. Hier beläuft sich der Zins auf 1,8  Prozent. Während größere Anlagesummen bei Tagesgeld eher die Zinssätze drücken, steigen sie bei Festgeld teilweise an.

          Finanzkrisenerfahrungen abgelegt

          Anleger sollten aber wie in anderen Bereichen auch, nie viel Geld in einen Topf fließen lassen und nur einen Teil fest anlegen, raten Fachleute. Dies gilt umso mehr in einem Umfeld steigender Zinsen. Allerdings könnten vorerst die Zinsen weiter sinken, denn die EZB hat die Möglichkeit eines weiteren Zinsschrittes nach unten in Aussicht gestellt.

          Ein Aspekt, den Investoren zudem stets beachten sollten, ist die Sicherheit der Anlagen. Für alle Bankeinlagen im Euroraum gilt die gesetzliche Einlagesicherung des jeweiligen Landes in Höhe von 100.000 Euro je Kunden. Darüber hinaus sind die Einlagen zum Teil zusätzlich abgesichert wie durch den Sicherungsfonds der deutschen privaten Banken. Doch anders als noch zu Zeiten der Finanzkrise zählten für viele Sparer wieder vor allem die Zinsen und nicht unbedingt die Sicherheit, beobachten Fachleute.

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