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Von Korallen bis Kakteen : Zahlen Sie nicht zu viel Zoll

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Schnitzereien aus Elfenbein wie hier am Frankfurter Flughafen sichergestellt dürfen nicht nach Deutschland eingeführt werden. Bild: Bergmann, Wonge

Die Jagd nach Souvenirs gehören für viele Touristen zu einer Urlaubsreise dazu. Doch unbegrenzt dürfen sich Feriengäste ihrer Kauflaune nicht hingeben. Für Einfuhren nach Deutschland kennt der Zoll klare Regeln. Ein Überblick.

          Alkohol

          Zollfrei dürfen aus EU-Staaten maximal zehn Liter Spirituosen, 20 Liter Likör oder Wermut, zehn Liter alkoholhaltige Süßgetränke wie Alkopops, 60 Liter Schaumwein oder 110 Liter Bier nach Deutschland gebracht werden. Aus Nicht-EU-Ländern wie der Schweiz oder den USA darf dagegen nur ein Liter Hochprozentiges mit nach Hause. Zwei Liter sind bei Getränken mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22 Volumenprozent erlaubt. Bei Wein sind vier Liter zollfrei, bei Bier von außerhalb der EU 16 Liter.

          Tabak

          Aus EU-Ländern können Urlauber 800 Zigaretten, 400 Zigarillos, 200 Zigarren oder ein Kilogramm Tabak einführen. Für Bulgarien, Ungarn, Litauen, Lettland, Rumänien und Kroatien gelten strengere Auflagen: Von dort dürfen Reisende maximal 300 Zigaretten steuerfrei mitbringen. Aus Nicht-EU-Ländern sind 200 Zigaretten, 100 Zigarillos, 50 Zigarren oder 250 Gramm Tabak erlaubt.

          Kraftstoff

          Aus dem EU-Ausland dürfen außer dem Tankinhalt maximal 20 Liter im Reservekanister mitgebracht werden, aus Nicht-EU-Ländern zehn Liter.

          Kaffee

          Aus einem EU-Land dürfen zehn Kilogramm Kaffee zollfrei eingeführt werden. Kaffee von außerhalb der EU fällt unter die pauschalen Höchstgrenzen für zollfreie Wareneinfuhren. Hier gelten Wertgrenzen von 430 Euro bei Flug- oder Schiffsreisen beziehungsweise 300 Euro für Bahn- und Autofahrer.

          Fälschungen

          Gefälschte Jeans, Taschen, Uhren oder CDs aus dem Urlaub mitzubringen, wird in der Regel nicht geahndet. Allerdings greifen die Zollbeamten ein, wenn sie anhand der Menge davon ausgehen müssen, dass Handel mit den nachgeahmten Produkten getrieben werden soll.

          Arzneimittel

          Medikamente dürfen nur für den persönlichen Gebrauch eingeführt werden. Maximal ist ein Vorrat für drei Monate erlaubt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Medikament noch in Deutschland oder im Ausland erworben wurde. Nicht mitbringen dürfen Reisende gefälschte Arzneimittel sowie Präparate, die auf der Dopingliste stehen. Striktere Vorschriften gelten für Betäubungsmittel: Hierfür sind bestimmte Bescheinigungen nötig, die der behandelnde Arzt ausfüllen und die zuständige Gesundheitsbehörde im Urlaubsland beglaubigen muss.

          Tiere und Pflanzen

          Bedrohte Tiere und Pflanzen - egal ob tot oder lebendig - dürfen ohne Sondergenehmigung der zuständigen Behörde gar nicht eingeführt werden. Das Souvenir wird sonst beschlagnahmt und es drohen hohe Bußgelder. Vorsicht ist beispielsweise bei Kakteen, Korallen, Elfenbeinfiguren, Pelzmänteln oder präparierten Schmetterlingen angebracht.

          Andere Waren

          „Andere Waren“ sind etwa Schmuck- und Kleidungsstücke oder Vasen. Stammen sie von außerhalb der EU gilt, dass sie bei Flug- und Seereisen bis zu einem Wert von 430 Euro zollfrei sind und bei Reisen auf dem Landweg bis zu 300 Euro. Die Wertgrenzen gelten pro Reisenden, Ehepaare können nicht etwa ihre Freibeträge zusammenlegen.

          Die Zollabgaben werden auf den vollen Wert des Gegenstands erhoben und nicht nur auf den Wert oberhalb der jeweiligen Grenze. Bis zu einem Betrag von 700 Euro wird in der Regel ein pauschaler Abgabensatz in Höhe von 17,5 Prozent des Warenwertes erhoben. Danach erfolgt eine Einzelberechnung nach dem Zolltarif.

          Bargeld

          Bei der Rückkehr aus einem Nicht-EU-Land müssen Barmittel in Höhe von 10.000 Euro und mehr schriftlich angemeldet werden. Darunter zählen nicht nur Münzen und Geldscheine, sondern auch Aktien, Sparbriefe und Schecks. Bei Reisen innerhalb der EU reicht eine mündliche Auskunft auf Nachfrage der Zollbeamten.

          Schnelle Info

          Vor der Shopping-Tour im Urlaubsland sollten sich Reisende über die Einfuhrbestimmungen kundig machen. Der Zoll bietet dazu eine kostenlose App an, die die Regelungen auflistet und bei Einkäufen bis zu einem Warenwert von 1130 Euro die bei Einfuhr anfallenden Abgaben berechnet. Die App ist kostenlos und funktioniert offline, sodass bei der Nutzung im Urlaubsland keine Roaming-Gebühren anfallen.

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