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Regeln für Schweinehalter : Das steckt im neuen Tierwohl-Label

  • -Aktualisiert am

Das Tierwohl-Label soll Schweinen ein glücklicheres Leben bringen. Bild: dpa

Wenn das Tierwohl-Label auf dem Fleisch klebt, wird wohl ein Preisaufschlag fällig. Was haben die Tiere davon?

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          Deutschen Schweinen soll es besser gehen. Doch der Staat will, wie mehrfach berichtet, dafür nicht die Gesetze und Verordnungen verschärfen, sondern mit einem staatlich vergebenen und beworbenen Siegel – „Tierwohl-Label“ – für Klarheit sorgen.

          Zwar gibt es schon etliche Label, von Bioland und Naturland über Demeter und EU-Öko bis hin zum Label des Deutschen Tierschutzbundes. Sie alle fristen aber Nischenexistenzen am großen, billigen Fleischmarkt. Da die deutschen Konsumenten dem Staat womöglich mehr vertrauen, wagt dieser das Siegel. Es soll auf Frisch- und Frostfleisch in allen großen Märkten, von Rewe bis Aldi, von Edeka bis Lidl, zu finden sein – frühestens ab 2018, teilte das Bundesagrarministerium am Dienstag mit.

          So soll das Tierwohl-Label aussehen.
          So soll das Tierwohl-Label aussehen. : Bild: dpa

          Das Haus von Minister Christian Schmidt (CSU) gab weitere Details über das erstmals im Januar auf der Messe Grüne Woche vorgestellten Siegel bekannt:

          Rund ein Drittel mehr Platz hätten die Schweine in Stufe eins, bis zu 100 Prozent mehr sogar in der „Premiumstufe“, so war am Dienstag neuen Tabellen des Ministeriums zu entnehmen.

          Fleisch wird bis zu 20 Prozent teurer

          Schmidt sagte, er verfolge das Ziel, „Deutschland zum Trendsetter beim Tierwohl zu machen“. Somit wurde überdeutlich, dass Schmidt wenige Monate vor der Bundestagswahl ein agrarpolitisches Ziel ausgemacht hatte. Die Verbraucher seien weit überwiegend bereit, mehr für Fleisch zu bezahlen, wenn die Tiere ein besseres Leben gehabt hätten. Er wolle „kein Nischenprodukt“. Demnach müssten Fleischkonzerne wie Tönnies, Vion und Westfleisch sich beteiligen. Der Preisaufschlag für Tierwohl-Fleisch werde voraussichtlich etwa 20 Prozent betragen.

          Den Anfang macht die Schweinehaltung. In der Eingangsstufe erhalten die am Programm beteiligten Borstentiere nicht nur mehr Platz. Sie erhalten – anders, als auf den gesetzlich erlaubten Betonspalten- und Gummimattenböden – auch Wühlmöglichkeiten.

          Ferkel erhalten separierte Liegebereiche. Sie dürfen überdies eine Woche länger an der Mutterzitze saugen, als gesetzlich fixiert. Landwirte müssen Daten über die Tiergesundheit sammeln und an Verbesserungen arbeiten. Sie müssen jährlich Tierschutzfortbildungen besuchen.

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