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Umfrage : Bonität? Was’n das?

Wenn’s um Geld geht - Sparkasse! Aber auch die will dann wissen, ob der Kunde kreditwürdig ist. Bild: dpa

Die deutliche Mehrheit der Deutschen weiß nicht, wie ihre Bonität eingeschätzt wird. Eine große Gruppe weiß nicht einmal, was das ist. Vermutet wird auch ein Zusammenhang mit der Kassenbonpflicht.

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          Geht es um die Aufnahme von Krediten, ist die Bonität des Kreditnehmers – also dessen Kreditwürdigkeit – von entscheidender Bedeutung dafür, ob und zu welchen Konditionen er einen Kredit erhält. Das FinTech Bonify hat nun vom Meinungsforschungsunternehmen Civey eine repräsentative Umfrage unter 10.001 Personen durchführen lassen, um zu erfahren, wie viel die Bundesbürger über dieses Thema wissen.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Demnach weiß jeder Fünfte nicht, was “Bonität” überhaupt bedeutet. Mehr als jeder Siebte verwechselte Bonität mit Liquidität und immerhin 5 Prozent waren der Meinung, „Bonität“ hänge entweder mit der Höhe der Schulden, dem Vermögen, mit Aufgeschlossenheit oder Ehrlichkeit oder gar der Qualität eines Restaurants oder der Kassenbonpflicht zusammen. Umgekehrt konnten vier von fünf Befragten demnach den Begriff richtig einordnen. Definiert wird Bonität als die Fähigkeit und Bereitschaft eines Kunden, zukünftigen Zahlungsverpflichtungen vollständig und fristgerecht nachzukommen.

          Während also das Wissen über den Begriff noch einigermaßen weit verbreitet ist, sieht es mit der Kenntnis der eigenen Bonität wesentlich schlechter aus, denn diese kannten drei Viertel der Befragten nicht. Interessanterweise waren befragte in den Dreißigern mit 30 Prozent deutlich besser informiert – möglicherweise weil in dieser Lebensphase die Verschuldungsneigung am Größten ist. Wenig überraschend kennen mit 41,7 Prozent Selbstständige ihre Bonität deutlich besser als andere Bevölkerungsgruppen.

          Dass drei Viertel der Deutschen ihren Bonitäts-Score nicht kennen, sei ein Problem, sagt Bonify-Chef Gamal Moukabary. Immerhin würden Verbraucher mit einem schlechten Score oder gar Negativeinträgen in der Bonitätsakte im öffentlichen Leben benachteiligt und in einigen Situationen sogar noch extra zur Kasse gebeten. Das sei weit öfter der Fall, als man gemeinhin annehme.

          Dass Banken vor der Vergabe eines Kredites die Bonität prüfen, wussten die meisten Befragten. Aber dass dies auch bei Eröffnung eines Girokontos mit Dispo oder beim Ratenkauf der Fall ist, wusste mehr als jeder Dritte nicht. Weniger als jeder Vierte wusste gar, dass auch Energie-Lieferanten und Versicherungen die Bonität vor Vertragsschluss prüfen. Jeder Dreißigste irrte dagegen in der Annahme bei Beantragung eines neuen Personalausweises werde die Bonität geprüft.

          Interessant ist auch die Verteilung des Wissens nach Bundesländern. So ist das Wissen darüber in den Stadtstaaten, Schleswig-Holstein sowie in der westlichen Mitte Deutschlands am größten, während Sachsen und Thüringen Nachholbedarf haben. Aber auch Bayern hinkt beim Wissensstand hinterher.

          Bonifys Geschäft ist die Bonität. Auf Basis der DSGVO-Richtlinie erleichtert es das Unternehmen Verbrauchern, Einsicht in ihre Bonitäts- und Finanzdaten zu nehmen. Neben kostenlosen Produkten vermittelt man auch individuelle Spar- oder Produktangebote wie Kredite oder Gas-, Strom- und DSL-Verträge.

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