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Voraussetzung für den Umstieg : Wie kommt der Strom ins E-Auto?

So sieht ein Aufladekabel für Elektroautos aus. Bild: Frank Röth

Wer sich ein Elektroauto zulegt, braucht eine Garage mit Starkstromanschluss oder eine Ladestation vor der Haustür. Wer hat das schon?

          5 Min.

          Die Bundesregierung ist auf der Suche nach jemandem, den sie unterstützen kann. Einem, der sich gerade überlegt, ob er sich nicht ein Elektroauto zulegen sollte: Leise und umweltfreundlich könnte er fortan über die Straßen gleiten. Die Regierung würde ihm zusammen mit der Autoindustrie einen „Umweltbonus“ von 4000 Euro schenken, damit er umsteigt.

          Inge Kloepfer

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Die Sache erscheint lukrativ und einfach: Die Hälfte trägt der Staat, die andere der Autohersteller. Anträge stellt man wie seinerzeit für die Abwrackprämie nach der Finanzkrise online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Hybrid-Autos werden nach dem gleichen Prinzip mit 3000 Euro gefördert. Das Budget soll sich auf 1,2 Milliarden Euro belaufen. Verteilt wird nach dem Windhund-Prinzip: Wer zuerst kommt, bekommt die Förderung. Außerdem sollen Elektroautos für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden, doppelt so lange wie bisher.

          Doch viele zögern noch. Die Sonderförderung scheint nicht so wichtig wie eine andere Frage: „Wie kommt eigentlich der Strom in das Auto?“ Man muss sich nur den Elektroauto-Interessierten vorstellen, idealerweise wohnt er nicht in einer Altbauwohnung, sondern in einem modernen Wohnkomplex mit Tiefgarage. In Gedanken wäre dann alles ganz einfach: Abends hängt er das Auto an die Steckdose seines Parkplatzes, morgens fährt er frisch aufgetankt wieder los. Problem Nummer 1: Die Tiefgarage hat gar keine Steckdosen.

          Und schon wird die Sache ein bisschen kompliziert. Die Tiefgarage ist Gemeinschaftseigentum aller Wohnungseigentümer. Zunächst müsste die Eigentümerversammlung zustimmen, dass am Gemeinschaftseigentum Veränderungen vorgenommen werden. Und das kann dauern, denn in der Regel tritt die Eigentümerversammlung nur einmal im Jahr zusammen. Wer solche Veranstaltungen kennt, weiß, wie kompliziert es werden kann.

          Einige Hürden

          „Die Ladestation in der Tiefgarage zu installieren ist eigentlich nicht kompliziert und auch nicht unendlich teuer, wie oft behauptet wird“, sagt Marcus Fendt, Geschäftsführer von Mobilityhouse, einem Münchener Systemanbieter, der mit allen großen Automobilherstellern zusammenarbeitet und genau hierfür Lösungen findet. Es muss nur eine entsprechende Stromleitung an die Stelle verlegt werden, an der die Ladestation montiert werden soll. Die größte Hürde sei dabei tatsächlich die Zustimmung der Miteigentümer oder etwa des Vermieters, wenn man in einer Mietwohnung wohnt. „Das liegt daran, dass es in Deutschland keine klare Regelung gibt, wie man mit der Installation der Ladeinfrastruktur umgehen soll“, sagt Fendt. Ganz anders als in Kalifornien zum Beispiel, wo längst gesetzlich verankert ist, dass die Installation von Ladestellen nicht behindert werden darf. Man könnte so etwas auch hier im Baurecht festlegen.

          Doch gibt es noch ein paar andere Hürden. Problem 2: Für eine Schnellladestation braucht man Starkstrom (380 Volt). Den hat natürlich jedes Haus, weil die Öfen in den Wohnungen auch nur mit Starkstrom laufen. Aber man könne, so heißt es oft, nicht endlos zusätzliche Stromverbraucher auf den existierenden Hausanschluss schalten. Wenn alle plötzlich eine solche Ladestation in der Garage haben wollten, müsse man sich vom Stromversorger eine gesonderte Leitung legen lassen, was sehr teuer werden kann. Das wiederum wundert den Mobilitätsexperten Fendt, da es technische Lösungen zum Lastenmanagement gibt. Eigentlich sei das nicht nötig. Wenn bei mehreren Anschlüssen alle gleichzeitig ihr Auto aufladen, könne es sein, dass sich das Aufladen etwas verlangsame. „Extra neue Zugänge haben wir bei unseren Kunden noch nicht gebraucht.“

          Und dann kann einem noch vor den feuerpolizeilichen Vorschriften grauen. Auch die müssten bei der Starkstromverlegung eingehalten werden, was wiederum regional unterschiedlich gehandhabt wird - in Frankfurt offenbar besonders strikt. Eigentlich gehören Elektroinstallationen zum Standard und bedürfen keiner Genehmigung. Die Übergänge der Kabel vom Keller, wo sich in der Regel der Stromverteiler befindet, müssen in die Tiefgarage aus Gründen des Brandschutzes besonders isoliert und von der Brandschutzbehörde abgenommen werden. Für Fendt alles nichts Besonderes: „Das ist gängige Praxis.“ Einmal im Jahr wird das überprüft. Und wirklich teuer ist die Installation einer solchen Ladestation nicht - selbst wenn die Garage groß und die Wege weit sind. „Selten haben wir für Kosten von mehr als 2000 Euro verlegt, zu allermeist unter 1000 Euro“, sagt Fendt.

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