https://www.faz.net/-hbv-91d8e

Verkaufs-Apps im Test : Welcher Flohmarkt ist der beste?

  • -Aktualisiert am

Der Wasserkocher und die Transformer-Spielfigur im Vordergrund warten beim Flohmarkt in Frankfurt auf neue Besitzer. Bild: Victor Hedwig

Auf Online-Plattformen wie „Shpock“ oder „nebenan.de“ kann jeder seinen Krimskrams an Leute aus der Nachbarschaft verkaufen – fast wie auf einem echten Flohmarkt. Unser Autor hat es ausprobiert.

          Bücher verstauben, Kleidung hängt ungetragen im Schrank und das alte Kinderfahrrad steht nur noch in der Garage. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos hortet jeder Deutsche ungenutzte Gegenstände im Wert von durchschnittlich mehr als 1000 Euro in seiner Abstellkammer oder Garage. Was tun? Oft hilft nur noch eines: Der Ramsch muss raus aus dem Haus.

          Die bequemste Möglichkeit dafür sind Verkaufsportale im Internet wie Ebay. Doch viele Deutsche stört es, dass sie keine Möglichkeit zur Überprüfung der Produktqualität haben. In einer Umfrage nannten sechs von zehn Befragten dies als ein Problem. 54 Prozent gaben an, kein Vertrauen zu haben, wenn sie online bezahlen müssen. Außerdem weckt es Bedenken, dass Käufer und Verkäufer mitunter Hunderte Kilometer voneinander entfernt sind. Und nicht zuletzt lassen sich Dinge wie Möbelstücke oder Fahrzeugteile nur im seltensten Fall problemlos in einem Paket versenden.

          Facebook nun mit von der Partie

          Helfen können da digitale Flohmärkte. Sie werden immer beliebter. Nie gehört, wird sich manch Älterer denken. Solche Plattformen funktionieren im Prinzip wie der Anzeigenteil einer Zeitung. Verkäufer inserieren, was sie möglichst bald loswerden wollen – das kann von Küchenutensilien oder Kinderspielzeugen bis selbst zu Immobilien alles sein. Interessenten können dann direkten Kontakt zu den Verkäufern aufnehmen, um sich zu informieren, zu verhandeln und den Deal gleich vor Ort einzutüten. Denn das ist das Besondere an den digitalen Flohmärkten: Anstatt ein Paket zu versenden, vereinbaren Verkäufer und potentieller Käufer meist telefonisch einen Treffpunkt, um dort ihre Verhandlungen abzuschließen. Doch wo am besten verkaufen?

          Der Internetgigant Ebay ist mit seinem Kleinanzeigenportal in der Welt der digitalen Flohmärkte führend. Auch Anbieter wie die Start-ups „Shpock“ und „nebenan.de“ sowie „Quoka“ mischen mit.

          Seit neuestem ist auch Facebook mit von der Partie: Mit seinem Portal „Marketplace“ hat das kalifornische Unternehmen seit August einen eigenen Flohmarkt, der allen Facebook-Nutzern offensteht. Zwar gab es schon immer Facebook-Gruppen, in denen Menschen ihre Sachen gekauft oder verkauft haben. Weltweit nutzen 550 Millionen Menschen diese Gruppen. Aber innerhalb der Facebook-App führt nun neuerdings der Weg auch zum „Marketplace“. Dort findet man nur die in der eigenen Stadt oder Region veröffentlichten Verkaufsanzeigen mit klar eingeschränktem Radius. Ein paar weitere Klicks reichen, um selbst ein Inserat zu veröffentlichen: So lässt sich ein Angebot sowohl in den bestehenden Kauf- und Verkaufsgruppen als auch im „Marketplace“ schalten. Doch ist Facebook damit gleich der beste digitale Flohmarkt? Um das herauszufinden, haben wir die Probe aufs Exempel gemacht und die verschiedenen Flohmärkte im Netz getestet.

          Dazu nötig sind natürlich erst einmal Gegenstände, die verkauft werden sollen. Die Objekte, die hoffentlich die Begierde der Käufer wecken, sind vollkommen unterschiedlich. Nummer eins ist ein klassischer Alltagsgegenstand: Ein Wasserkocher, genauer gesagt der „Blitz“-Wasserkocher. Diesen gab es einst beim Kaffeehändler Tchibo, und er ist nach wie vor voll funktionstüchtig. Doch mittlerweile verstaubt er unbenutzt in der Ecke, weil er längst durch ein neueres und besseres Modell ersetzt wurde. Der Weg ist also frei für neue Hände, die sich mit der einfachen Funktionsweise begnügen und die die 3000 Watt Leistung, die das Wasser in Sekundenschnelle zum Kochen bringen (daher der Namenszusatz „Blitz“), mehr zu schätzen wissen als der jetzige Besitzer.

          Kein einziges Kaufangebot bei „nebenan.de“

          Das zweite Objekt dagegen ist etwas für wahre Liebhaber. Mit der Spielfigur „Metroplex“ von Transformers haben schon Kinder in den achtziger Jahren gespielt. Rund 30 Zentimeter ist die Figur hoch und lässt sich in ein bestenfalls autoähnliches Vehikel „transformieren“. Vom Jahr 2007 an wurden diese Figuren so richtig populär, denn in mehreren gleichnamigen Hollywood-Filmen nehmen sie die Hauptrollen ein. Leichte Gebrauchsspuren und fehlende Originalverpackung schmälern die Preisaussichten für unsere Figur, im Neuzustand geht der „Transformer“ in den Vereinigten Staaten allerdings für satte 225 Dollar über die Ladentheke. Grund genug also zur Hoffnung auf ein erfolgreiches Geschäft.

          Weitere Themen

          „Es gibt keine Schuldenkrise“

          EZB-Konferenz in Sintra : „Es gibt keine Schuldenkrise“

          Die Eurozone braucht eine expansive Finanzpolitik und weniger strenge Schuldenregeln, sagt der Ökonom Olivier Blanchard bei der EZB-Konferenz in Sintra. Strukturreformen alleine genügten nicht, um das Wirtschaftswachstum zu beleben.

          Topmeldungen

          Ehemaliger Lebensmittelladen in Loitz: Der Solidaritätszuschlag dient in erster Linie zur Finanzierung der Kosten, die die deutsche Wiedervereinigung verursacht hat. (Archiv)

          Wortbruch der Union : Soli-Schmerzen

          Dass ein Teil des Soli bleibt, dürfte für die Betroffenen finanziell zu verschmerzen sein. Nicht aber der Wortbruch der Union – und das bittere Gefühl, dass ihr Sondereinsatz für das Land nicht einmal wertgeschätzt wird.
          Trotz Sanktionen: Schweißer arbeiten Anfang April im Karosseriebau des Mercedes-Benz Werks im Industriepark Jessipowo bei Moskau

          Russland-Sanktionen : Der Preis des Zurückweichens

          Die Russland-Sanktionen waren ein Signal. Deren Aufhebung wäre es erst recht – die EU würde damit demonstrativ vor Moskaus Politik der Gewalt und Drohung zurückweichen.

          FAZ Plus Artikel: Youtube : Die neue Mündlichkeit

          Rezos Video rechnet mit Lesern, die lesen können, aber meistens nicht gelesen haben, was er für sie gelesen hat. Wie Youtube das Verhältnis von gesprochenem Wort, Schrift und Wissen verändert.
          Der frühere Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds, Olivier Blanchard. (Archiv)

          EZB-Konferenz in Sintra : „Es gibt keine Schuldenkrise“

          Die Eurozone braucht eine expansive Finanzpolitik und weniger strenge Schuldenregeln, sagt der Ökonom Olivier Blanchard bei der EZB-Konferenz in Sintra. Strukturreformen alleine genügten nicht, um das Wirtschaftswachstum zu beleben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.