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Zwei Jahre zu spät : Vergleichsplattform für Girokonten noch im Juli

Da kann der Finanzminister lachen: Endlich kommt das Projekt Girokontenvergleich vom Feld. Bild: Reuters

Eigentlich sollte der staatlich zertifizierte Girokontenvergleich schon vor fast zwei Jahren fertig sein. Jetzt scheint die Zertifizierung endlich bevorzustehen.

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          In eine alte Hängepartie kommt offenbar Bewegung: Wie beim TÜV Saarland zu erfahren war, steht die offizielle Zertifizierung einer Vergleichsplattform für Girokonten in Deutschland kurz vor dem Abschluss. „Es sollte noch in diesem Monat so weit sein“, sagte Geschäftsführer Thorsten Greiner der F.A.Z. Seit Oktober 2018 ist Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) eine solche staatlich zertifizierte Vergleichsplattform schuldig, die mit der Umsetzung einer europäischen Richtlinie eigentlich schon vor mehr als anderthalb Jahren hätte zur Verfügung stehen sollen.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die staatlichen Vorgaben sollten im Idealfall dafür sorgen, dass Verbraucher einen möglichst guten Überblick über Angebote bekommen und der Vergleich möglichst unverzerrt von kommerziellen Interessen der Plattform-Unternehmen erfolgt. Diesen Weg der Zertifizierung einer privaten Plattform hatte die Politik gleichsam als marktwirtschaftlichere Alternative zu einer staatlichen Vergleichsplattform gewählt. Der ganze Prozess der Zertifizierung dauert aber offenkundig sehr lange. Erst kurz vor dem Jahreswechsel war überhaupt klar gewesen, welche Stelle in Deutschland diese Zertifizierungen vornehmen darf. Der TÜV Saarland hatte eine entsprechende Akkreditierung bei der Deutschen Akkreditierungsstelle bekommen.

          Mehrere Anbieter bestehender Vergleichsplattformen hatten sich nach den Konditionen erkundigt, sich dann aber dem Vernehmen nach zurückgehalten. Manchen kleineren Vergleichsplattformen erschienen die Gebühren für die Zertifizierung zu hoch. Andere, größere und finanzstärkere Anbieter, sollen zum Teil die Auflagen für die Gestaltung der Vergleichsseiten gestört haben.

          Welcher Anbieter jetzt zertifiziert wird, hat der TÜV noch nicht verraten. Verivox, eine der größeren Plattformen, teilte auf Anfrage mit, man stehe aktuell nicht unmittelbar vor dem Erwerb eines solchen Zertifikats. Auch die Anbieter Biallo und FMH Finanzberatung scheinen es nicht zu sein. Auffällig ist, dass die große Plattform Check 24, die im Oktober eine eigene Bank mit Vergleichsseite an den Start bringen will, zumindest nicht ausschließen wollte, dass sie der aktuelle Kandidat sei. Eine Sprecherin verwies für diesbezügliche Anfragen aber an den TÜV: „Wir können zu diesem Zeitpunkt leider noch keine Aussage dazu treffen.“

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