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Urteil zu Flugverlegung : Sechs Stunden sind zu viel

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Eine Familie wollte eine Flugverlegung von fast sechs Stunden nicht akzeptieren - und bekam Recht. Bild: Frank Röth

Kündigt ein Veranstalter von Pauschalreisen voraussichtliche Flugzeiten an, so muss er diese auch annähernd einhalten. Eine Verzögerung um fast sechs Stunden sprengt das Maß, urteilte das Landgericht Hannover.

          Wer eine Pauschalreise bucht, bekommt vom Veranstalter meist voraussichtliche Abflugzeiten mitgeteilt, die sich bis zum Reisetermin noch verschieben können. Doch dafür gibt es Grenzen, urteilte kürzlich das Landgericht Hannover. Wenn der Veranstalter einer Pauschalreise den Flug um fast sechs Stunden verlegt, ist das zu viel, entschieden die Richter (Az.: 8 S 46/16).

          Im verhandelten Fall hatte ein Paar für sich und das 21 Monate alte Kleinkind eine Reise nach Mallorca gebucht. Laut Vertrag sollten Hin- und Rückflug voraussichtlich zwischen 13.40 Uhr und 16 Uhr liegen. Doch wenige Wochen vor dem Urlaub teilte der Anbieter der Familie mit, der Rückflug werde erst um 19.25 Uhr stattfinden. Zu spät, fanden die Eltern, die extra einen Flug um die Mittagszeit ausgewählt hatten, um den Schlafrhythmus des Kindes einzuhalten. Die Urlauber buchten auf eigene Faust einen neuen Flug. Der Veranstalter muss nun die Flugkosten in Höhe von 613 Euro sowie 84 Euro fürs Taxi erstatten, da sie den Transfer nicht nutzen konnten.

          Es ist umstritten, wie viele Stunden Flugverlegung sich Kunden gefallen lassen müssen. Der Bundesgerichtshof fällte zu dieser Frage ein grundsätzliches Urteil: Sind im Vertrag „voraussichtliche“ Zeiten festgehalten, so muss der Reiseveranstalter diese auch annähernd einhalten (Az.: X ZR 24/13). Eine Verlegung von bis zu vier Stunden halten die meisten Gerichte aber für unproblematisch.

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