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Sparfüchse auf Reisen : Wo Deutsche günstig Urlaub machen

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Spanien ist das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen. Dabei zahlen die Sonnenhungrigen an der Playa de Palma auf Mallorca mehr als in anderen Ländern. Bild: dpa

Das Preisniveau im Urlaubsland entscheidet bei jedem dritten Deutschen über das Reiseziel. Wo bekommen Urlauber mehr für ihr Geld?

          Lieber in die Berge, ans Meer oder doch in die Stadt? Bei der Wahl des Urlaubslandes lassen sich die Deutschen nicht nur von Landschaft und Kultur des Zielgebiets beeinflussen, sondern auch wie günstig oder teuer es vor Ort ist. Im vergangenen Jahr verbrachten über die Hälfte der Deutschen (54 Prozent) ihren Jahresurlaub im europäischen Ausland. Das fand die Stiftung für Zukunftsfragen heraus.

          Lieblingsurlaubsland der Deutschen ist dabei weiterhin Spanien. Dort verbrachten 13 Prozent der Befragten ihre Ferien. Besonders die Balearen sind beliebt: Allein diese Inselgruppe begrüßte 2018 mehr deutsche Urlauber als Griechenland und die Türkei zusammen. Dabei bekommen Deutsche dank des niedrigen Preisniveaus in der Türkei dort fast doppelt so viel für ihr Geld, als im Lieblingsurlaubsland Spanien.

          Auf Platz zwei der beliebten Reiseziele in Europa hat es ein Land mit geringen Kostenunterschieden zu Deutschland geschafft: Italien. 10 Prozent der Befragten verbrachten 2018 hier ihren Haupturlaub. Auf den nächsten Rängen folgen Österreich, Türkei und Skandinavien. Über die europäischen Grenzen hinaus zog es laut Umfrage der Stiftung etwa jeden achten deutschen Urlauber.

          Wo ist der Urlaub am günstigsten?

          Im letzten Jahr entschieden sich Touristen also nicht immer für die günstigsten Urlaubsziele. Wie günstig oder teuer ein Reiseland ist, ist aber immerhin für 34 Prozent der Deutschen das Hauptkriterium bei der Urlaubsplanung. Das fand eine Studie von Kantar Emnid heraus. Ein hohes Preisniveau im Zielgebiet schreckt demnach hingegen 25 Prozent der Befragten ab.

          Besonders preisbewusst reisen junge Urlauber: Jeder Zweite der Befragten im Alter von 16 bis 29 Jahren entschied sich für ein Reiseland, in dem er für gleiches Geld mehr bekommt als zuhause. Bei den Urlaubern im Alter von 50 bis 59 Jahren war es nur jeder Vierte.

          Wie viel für Hotel, Essen, Eintritte und sonstige Kosten vor Ort fällig werden, hängt von dem jeweiligen Preisniveau im Zielgebiet ab. Falls das Land in einer anderen Währung zahlt, ist auch der Wechselkurs zu beachten. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat sich angeschaut, wie viel ein „deutscher“ Euro in anderen Ländern wert ist. In der Türkei sollen demnach Reisende für einen Euro doppelt so viele Waren und Dienstleistungen bekommen, wie in Deutschland. Denn in der Türkei ist der „deutsche“ Euro 2,27 Euro wert.

          Ähnlich sieht es in Polen, Ungarn, Mexiko, Litauen, Slowenien oder Tschechien aus. Hier bekommen Deutsche einen Gegenwert von 1,85 bis 1,45 Euro. Auch beliebte Reiseländer wie Griechenland (1,25 Euro), Portugal (1,23 Euro) oder Spanien (1,14 Euro) sind für deutsche Touristen gemessen am Preisniveau günstige Urlaubsziele. Nur geringe Kostenunterschiede bieten derweil Italien (1,03 Euro), Frankreich (0,95 Euro) und Österreich (0,95 Euro).

          Brexit macht Urlaub in Großbritannien billiger

          Teuer wird es hingegen, wenn Bundesbürger in die Schweiz reisen. Hier ist ein Euro aus dem deutschen Portmonee nur 67 Cent wert. Ebenso teuer ist auch Skandinavien: Island (69 Cent), Norwegen (71 Cent), Dänemark (76 Cent), Finnland (85 Cent), Schweden (89 Cent).

          Zwar ist der Kurs des britischen Pfund aktuell schwach, Deutsche bekommen auf der Insel aber nur 88 Cent für ihren Euro. Die Brexit-Entscheidung wertete das Pfund stark ab, gemessen am Preisniveau in Großbritannien hat der Euro aber nur leicht an Kaufkraft gewonnen. Sonst wäre ein Urlaub in London oder Cornwall deutlich günstiger.

          „Ein geordneter EU-Austritt dürfte kaum Auswirkungen auf die Kaufkraft des Euros in Großbritannien haben. Nur im Falle eines ungeordneten, harten Brexit ist mit einer deutlichen Abwertung des britischen Pfunds zu rechnen“, meint Marco Bargel, Chefvolkswirt der Postbank. „Ein Urlaub in Großbritannien dürfte für deutsche Haushalte zumindest für eine gewisse Zeit dann etwas billiger werden.“

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