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Angebot startet : Turbo-Überweisung mit der Sparkassen

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Die Sparkasse gehört zum Vorreiter bei Echtzeit-Überweisungen. Bild: EPA

Warum braucht manche Banküberweisung eigentlich so lange, wo man doch Daten in Sekundenschnelle austauschen kann? Für Millionen Sparkassenkunden ändert sich das nun.

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          Seit November sind in Europa Überweisungen von Konto zu Konto binnen Sekunden technisch möglich. Nach der Hypovereinsbank (HVB) bieten seit Dienstag nun auch die Sparkassen solche Echtzeitüberweisungen an, auch Instant Payments genannt.

          Was heißt „Echtzeit“?

          Bislang ist es in der Bankenbranche üblich, Überweisungen zu sammeln und stapelweise abzuarbeiten. Auch Aufträge, die Kunden online einstellen, werden in der Regel verzögert ausgeführt. Bei Echtzeitüberweisungen versprechen die Anbieter, dass das Geld binnen zehn Sekunden Geld von einem Konto auf das andere zu übertragen. Die Bundesbank stellt klar: „Zahlungsdienstleister, die Instant-Überweisungen anbieten, müssen rund um die Uhr an allen Tagen des Jahres für die Abwicklung dieser Zahlungen erreichbar sein.“

          Seit wann gibt es Echtzeitüberweisungen?

          In Europa sind seit dem 21. November 2017 die „SCT Inst“ genannten schnellen Überweisungen möglich.  „Als wir unsere erste Transaktion von Deutschland nach Italien in 2,5 Sekunden abgewickelt haben, waren wir schon stolz“, erinnert sich Gerhard Bystricky, der bei der HVB führend für die Produktentwicklung im Zahlungsverkehr zuständig ist. Auch heute würden mehr als 95 Prozent der Echtzeitüberweisungen in weniger als drei Sekunden durchgeführt. Seit dem 27. November können HVB-Kunden über das reguläre Online-Banking Überweisungen in Echtzeit in Auftrag geben.

          Was haben Kunden davon?

          „Der große Vorteil von Instant Payments ist: Anders als bei einer Papierüberweisung oder einer herkömmlichen Online-Überweisung weiß man direkt, ob das Geld angekommen ist. Denn die empfangende Bank muss eine Bestätigung ausstellen“, erklärt Ernst Stahl von der Universität Regensburg. Wer zum Beispiel sein altes Auto privat verkauft, muss bisher zumindest das Risiko einkalkulieren, dass der Käufer nicht zahlt. Würde das Geschäft via Echtzeitzahlung abgewickelt, hätte der Verkäufer die Gewissheit, dass das Geld auf seinem Konto ist.

          Auch wer online einkauft, hat Vorteile: Je schneller der Händler das Geld hat, umso schneller wird die Ware verschickt. Stahl sieht zudem großes Potential für Firmen: Ein Spediteur könnte bei der Warenübergabe insbesondere an Neukunden im Ausland erst eine Bezahlung fordern, ehe der Lastwagen entladen wird. Allerdings gilt bislang eine Obergrenze von 15.000 Euro für Echtzeitüberweisungen.

          Welche deutschen Banken machen mit?

          In Deutschland war die HVB lange alleine auf weiter Flur. Somit waren die Nutzungsmöglichkeiten eingeschränkt: Echtzeitzahlungen funktionieren nur, wenn auch die Bank des Empfängers diese anbietet. Vom 10. Juli an können dies nun auch die rund 50 Millionen Kunden der 385 Sparkassen in Deutschland nutzen.

          Bringt der Markteintritt der Sparkassen den Durchbruch?

          „Das ist ein ganz wesentlicher Schritt für den deutschen Markt“, meint Oliver Hommel von der Unternehmensberatung Accenture. „Aber für einen echten Durchbruch wäre es notwendig, dass andere Banken und Bankengruppen nachziehen.“ Die Volks- und Raiffeisenbanken wollen die technischen Voraussetzungen bis Ende November schaffen, 2019 soll es für die Kunden losgehen. „Wir sind überzeugt, dass langfristig, also in fünf bis zehn Jahren, Instant Payments die normale Überweisung komplett ablösen wird, weil es für die Institute keinen Sinn macht, zwei parallele Systeme anzubieten“, sagt Hommel.

          Wie sieht es in Europa aus?

          Nach einer Übersicht von EBA Clearing aus dem Juni bieten derzeit 22 Institute in 12 Ländern Echtzeitüberweisungen an. Zählt man die Institute hinzu, die sich klar zur Teilnahme an dem Verfahren positioniert haben, kommt man potentiell auf fast 1100 Zahlungsdienstleiter in 15 Ländern. Der Zahlungsverkehrsraum Sepa („Single Euro Payments Area“), der Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen grenzüberschreitend standardisieren und so beschleunigen soll, umfasst 34 Länder mit insgesamt 4200 Zahlungsdienstleistern: Neben den 28 EU-Staaten sind Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz, Monaco und San Marino dabei.

          Kostet der neue Service etwas?

          Das hängt vom Kontomodell ab. Manche Sparkasse veranschlagt 50 Cent je Transaktion - das sei „für das ganze Thema Instant Payments natürlich nicht förderlich“, sagt Experte Stahl.

          Was passiert, wenn es Probleme bei Echtzeitüberweisungen gibt?

          In einer Studie von 2016 warnen die Regensburger Wissenschaftler um Stahl: „Im Falle einer unwissentlich oder versehentlich durchgeführten Überweisung - wie es beispielsweise bei einem Hacker- oder Phishing-Angriff passiert - kann die Transaktion nicht rückgängig gemacht werden und der überwiesene Betrag ist verloren.“ Banken versichern, es sei wie bei einer herkömmlichen Überweisung möglich, einen irrtümlich transferierten Betrag zurückzuholen. „Wenn ein falscher Betrag eingetippt wird, ist das Geld erst mal weg. In einem solchen Fall kann der Kunde dann aber einen normalen Überweisungsrückruf machen“, sagt HVB-Mann Bystricky.

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