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Nach Insolvenz : Air Berlin zahlt schleppend Tickets zurück

Air-Berlin-Flugzeuge nach der Insolvenz – auf dem Vorfeld des BER. Bild: dpa

Wer mit seinem Ticket von der Air-Berlin-Insolvenz betroffen war, bekommt jetzt Geld zurück. Aber das dauert recht lange.

          Sieben Monate nach der Einstellung des Flugbetriebs von Air Berlin und fünf Monate nach dem Ende der österreichischen Tochtergesellschaft Niki zahlt der Insolvenzverwalter Geld zurück an Kunden, die nach dem 15. August 2017 Flüge gebucht hatten. Das war der Tag, an dem Air Berlin Insolvenz beantragt hatte. Dem Vernehmen nach geht es um 200.000 Tickets. Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Lucas Flöther bestätigte, dass Tausende Kunden sukzessive Geld zurückbekommen haben, allerdings seien noch viele Erstattungsanträge nicht abschließend bearbeitet.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Erstattet werden vor allem Zahlungen für Flüge von Niki, die über das Betriebsende der Muttergesellschaft hinaus Flüge durchgeführt hatte. Das Geld kommt von einem dafür eingerichteten Treuhandkonto. Auch für Air-Berlin-Flüge fließt Geld – allerdings hatte der Insolvenzverwalter klargestellt, dass eine Rückzahlung von den bei der Buchung gewählten Tarifkonditionen abhängt. Für Flex-Preis-Tickets, die nach dem Stichtag gebucht wurden, kann dem Sprecher zufolge die Rückzahlung beantragt werden.

          Kunden sind irritiert von der Prozedur

          Für Niki-Flüge waren nach dem Air-Berlin-Aus weiter Tickets verkauft worden. Am 13. Dezember beantragte auch Niki Insolvenz, nachdem die Deutsche Lufthansa ihren Übernahmeplan wegen Bedenken der EU-Kommission aufgegeben hatte. Für die Niki-Rückzahlungen ist der Insolvenzverwalter Flöther zuständig, obwohl für Niki in Österreich ein separates Verfahren läuft. Allerdings hatte Niki zuletzt keinen Ticketvertrieb, Kunden schlossen einen Vertrag mit Air Berlin.

          Das lange Erstattungsprozedere irritiert Kunden. Mit zeitlichem Abstand zum Erstattungsantrag erhielten Betroffene wie aus dem Nichts ein Schreiben mit dem Betreff „Änderungsrechnung und Bestätigung“. Darauf wurde der Flugpreis mit einem Minuszeichen ausgewiesen, daneben stand der Zusatz „Der Gesamtbetrag wird mit folgenden Zahlarten verrechnet: Überweisung.“ Der F.A.Z. ist ein Fall bekannt, in dem solch ein Schreiben im Februar verschickt wurde, das Geld ging in den vergangenen Tagen auf dem Konto des Kunden ein. Vorab einen Hinweis auf die Zahlung gab es nicht.

          Der Sprecher des Insolvenzverwalters sagte, drei Monate Bearbeitungszeit seien nicht unüblich. Jeder Vorgang werde händisch geprüft. Dafür sei nur ein kleines Team zuständig, um die Kosten gering zu halten. Zudem gingen noch immer Anträge ein. Kunden, die vor dem 15. August gebucht hatten, haben keine Chance. Sie müssen ihre Forderungen zur Insolvenzmasse anmelden und können höchstens auf eine kleine Quote hoffen.

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