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Im Test : Welcher Thermobecher hält am wärmsten?

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Die Testkandidaten (von links nach rechts): Thermobecher von Emsa, Bodum, Alfi, Thermos und Starbucks Bild: Stefan Finger

Lohnt es sich, den Wecker früher zu stellen und den To-go-Kaffee im Thermobecher mitzunehmen? Auf die Dauer ist das billiger und umweltschonender als der Kaffee vom Bahnhofsbäcker. Fünf Modelle im Praxistest.

          Viele Pendler kennen das: Wenn es morgens knapp wird, muss der Bahnhofsbäcker helfen. Ein Brötchen auf die Hand, den Kaffee gibt’s to go im Pappbecher. Doch Vorsicht: den Deckel gut schließen, sonst schwappt der heiße Kaffee schnell auf die Hand. Und beim Trinken aus der winzigen Öffnung im Plastikdeckel haben sich schon viele die Zunge verbrannt. Zudem kostet der oft mäßige Kaffee gerne zwei Euro.

          Billiger und umweltschonender lassen sich Heißgetränke im Thermobecher konsumieren. 100 Prozent Auslaufsicherheit, dazu eine Warmhaltegarantie von bis zu vier Stunden versprechen die Hersteller. Da sollte im Büro noch ein wohltemperierter Schluck drin sein. Ob es sich tatsächlich lohnt, den Wecker fünf Minuten früher zu stellen, um den To-go-Kaffee oder -Tee eigenhändig zu brühen - das müssen fünf Thermobecher-Modelle im F.A.S.-Test beweisen.

          Die erste Prüfung: Wie lange bleibt frisch gebrühter Kaffee warm? Wir machen den Thermometer-Check: Bei rund 70 Grad Celsius kommt jeweils der Deckel drauf. Nach einer Stunde wird erneut gemessen. Am besten schlägt sich das teuerste Modell im Test von Hersteller Thermos. Mit 65 Grad ist der Kaffee nach einer Stunde immer noch schön heiß. Die Modelle von Starbucks, Alfi und Emsa liegen nur knapp darunter.

          Das schwächste Ergebnis hat der Becher von Bodum, der einen Temperatursturz auf knapp 45 Grad zulässt. Ursache könnte sein, dass dieser Kandidat als einziger im Test aus Kunststoff gefertigt ist, während die Konkurrenz einheitlich auf Edelstahl setzt. Zwar hat Bodum auch eine Metallvariante im Programm, doch der Hersteller preist den Plastikbecher auf seiner Internetseite als Bestseller an.

          Halten die Becher dicht?

          Egal, ob Plastik oder Metall - die Becher sollen dichthalten. In einem zweiten Test müssen sie ihre Qualität bei Früchtetee unter Beweis stellen. Damit auch jeder ausgelaufene Tropfen sichtbar wird, kommt jeder gefüllte Becher mit Küchenpapier umwickelt in eine Plastiktüte. Die fünf Exemplare liegen beim Spaziergang zusammen in einer Tasche, die kräftig mitschwingt - so bekommen alle dieselbe Menge an Bewegung ab.

          Zeit für einen ersten Schluck. Der Tee aus dem Alfi-Becher schwappt direkt auf die Jacke. Der Steg, über den die Flüssigkeit aus dem Becher zum Mund gelangen soll, ist zu schmal - selbst bei langsamem Trinken. Damit der Tee aber überhaupt losläuft, muss erst ein Knopf gegenüber der Öffnung gedrückt werden. Er muss auch beim Trinken weiter gehalten werden - entspannter Genuss geht anders. Weiteres Problem: Wird der Alfi-Becher wieder verschlossen, tropft Tee nach.

          Die Modelle von Emsa, Bodum und Starbucks dagegen sind hier höchst verlässlich. Punktabzug gibt es für den Thermos-Becher, weil etwas Schwitzwasser zwischen Deckel und Becher austrat. Nicht genug für einen ernsthaften Wasserschaden in der Tasche, aber dennoch ärgerlich.

          Wie leicht ist die Reinigung?

          Auch am Abend an der Spüle sorgt das Thermos-Produkt für Ärger. Der Deckel ist so fest, dass man am glatten Rand abrutscht und eine Weile im Leerlauf dreht. Nur mit äußerstem Kraftaufwand lässt er sich abschrauben. Der widerspenstige Verschluss eines Marmeladenglases ist ein Klacks dagegen.

          Spülmaschinenfest sind alle Becher. Bei den Modellen von Emsa, Alfi, Bodum und Thermos lässt sich zuvor auch der Deckel zerlegen, damit sich kein Kaffeefett absetzen kann - ein Pluspunkt in Sachen Hygiene. Wer sein Thermos-Modell erstmals zerlegt, sollte sich aber gut merken, wie er die drei Teile wieder zusammensteckt. Denn das ist etwas knifflig. Der Emsa-Becher versagt unter Zeitdruck. Das Gewinde des Deckels greift erst nach mehreren Anläufen. Nervig, wenn es morgens schnell gehen muss.

          Einfacher ist es beim Bodum-Becher. Nur zwei Haken sind einzudrücken, um den Deckel zu zerlegen, allerdings wirken diese etwas fragil. Insgesamt punktet Bodum vor allem mit seinem günstigen Preis, schwächelt aber bei Zuverlässigkeit und Handhabung. Das Modell von Starbucks hingegen ist kaum teurer, aber hält den Kaffee lange warm. Es ist damit die zuverlässigste Alternative zum Bahnhofsbäcker.

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