https://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/teure-messfehler-bald-schaerfere-vorschriften-fuer-intelligente-stromzaehler-14935500.html

Teure Messfehler : Bald schärfere Vorschriften für intelligente Stromzähler?

  • -Aktualisiert am

Sogenannte Smart Meter sind in der Lage, den Stromverbrauch sekundengenau zu erfassen. Bild: Cornelia Sick

Eine niederländische Studie hatte ergeben, dass einige Stromzähler einen zu hohen Stromverbrauch messen. Jetzt reagiert die zuständige Bundesbehörde.

          1 Min.

          Im Streit um falsche Messungen elektronischer Stromzähler weist die zuständige deutsche Behörde Spekulationen zurück, wonach auch hierzulande Geräte betroffen sein könnten. „Alles spricht dafür, dass bei den in Deutschland eingesetzten und für den Einsatz vorgesehenen Zählern (...) die gesetzlich vorgegebenen Verkehrsfehlergrenzen nicht überschritten werden“, heißt es in einer Stellungnahme der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Dies gelte zumindest „über einen Abrechnungszeitraum betrachtet“. Dennoch seien die neusten Forschungsergebnisse „ernst zu nehmen“. Sie werde daher die Hersteller um eine Stellungnahme bitten und dann prüfen, ob die Anforderungen weiter verschärft werden müssen.

          Die Behörde bezieht sich auf eine niederländische Studie, die kürzlich hohe Wellen geschlagen hatte. Darin hatten Forscher der Universität Twente und der Amsterdam University of Applied Sciences intelligente Stromzähler getestet und Abweichungen im Energieverbrauch von bis zu 582 Prozent nach oben beziehungsweise 46 Prozent nach unten gemessen. Mehr als die Hälfte der Zähler war von den Messfehlern betroffen.

          Laut PTB produzieren einige Geräte immer dann Messfehler, wenn Dimmer, Energiesparlampen oder LEDs eingesetzt werden oder auch dann, wenn Solarenergie eingespeist wird. Wenn der Einsatz dieser Geräte kombiniert wird, fallen die Abweichungen besonders hoch aus. Die Fehlerquelle ist indes nicht neu. Schon 2007 seien erstmals Schwierigkeiten aufgetaucht, heißt es von der PTB. Um sie zu überwinden, seien weitere Grenzwerte eingeführt worden, die von den Herstellern erfüllt werden müssten. Das Bielefelder Unternehmen Easy Meter sieht seine Geräte von den Messfehlern nicht betroffen und verweist gegenüber FAZ.NET auf zusätzliche freiwillige Tests, die allesamt positiv ausgefallen seien.

          In Deutschland sind schon sechs Millionen intelligente Stromzähler installiert, in Zukunft sollen es noch deutlich mehr werden. Der Bundestag hatte im Sommer ein Gesetz verabschiedet, das verschiedene Verbrauchergruppen schrittweise zum Einbau verpflichtet. Der Betrieb der Geräte ist jedoch relativ teuer und deshalb umstritten: Kunden mit einem jährlichen Verbrauch von 3000 Kilowattstunden zahlen etwa 35 Euro jährlich, Großkunden entsprechend mehr. Bis 2020 sollen zunächst die Großverbraucher (mehr als 10.000 Kilowattstunden) mit Smart-Metern ausgestattet werden, Privatverbraucher sind vorerst ausgenommen.

          Weitere Themen

          Die Girocard soll bald mehr können

          Bargeldloses Bezahlen : Die Girocard soll bald mehr können

          Zwar werden EC-Karten Mitte 2023 das Maestro-Logo verlieren. Doch am Ende sei die meistgenutzte Bankkarte in Deutschland damit nicht, sagen Bankenverbände. Helfen sollen ihr nun auch neue Einsatzmöglichkeiten.

          Topmeldungen

          Geht’s voran?

          Hohe Hauspreise : Wohnen müsste nicht so teuer sein

          Die Zinsen steigen, doch die Immobilienpreise bleiben hoch. Dieses Jahr zeigt: Nicht die Spekulation ist schuld, sondern übertriebene Regeln.
          Eine Kryptowährung gerät ins Wanken: Bitcoin-Tokens unter Wasser

          Nach dem Kursrutsch : Warum der Bitcoin weiter fallen wird

          Es wäre verwegen, vom Bitcoin bald einen Anstieg zu erwarten. Niveaus im mittleren vierstelligen Bereich sind alles andere als ausgeschlossen. Wer ganz am Anfang dabei war, den wird das wenig schmerzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.