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Wechsel von Telefonanbietern : Regulierer fasst Unternehmen nicht hart genug an

  • Aktualisiert am

Viele Kunden haben noch immer Schwierigkeiten, wenn sie ihren Telefonanbieter wechseln möchten. Bild: dpa

Wer zu einem neuen Telefonanbieter wechseln möchte, stößt häufig auf Probleme. Trotz Tausender Kundenbeschwerden geht die Bundesnetzagentur zu verzagt vor, wie Verbraucherschützer kritisieren.

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          Beim Wechsel zwischen Telefonanbietern gibt es nach wie vor häufig Probleme. Bis Juli dieses Jahres gingen deshalb 11.000 Kundenbeschwerden bei der Bundesnetzagentur ein, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht, die der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vorlag.

          In vielen Fällen fragte die Agentur bei den Unternehmen nach, in 1700 Fällen ergriff sie demnach aber weitergehende Maßnahmen im Sinne der Nutzer. Insgesamt bewegte sich die Beschwerdezahl in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Im Gesamtjahr 2016 hatten die Bundesnetzagentur rund 19.000 Beschwerden zu dem Thema erreicht.

          Nicole Maisch, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, kritisierte Aufsichtsbehörde und Bundesregierung. „Beim Telefonanbieterwechsel läuft noch immer viel zu oft etwas schief“, sagte sie. Doch statt geltendes Recht anzuwenden und Firmen in die Verantwortung zu nehmen, schaue die Agentur „zu oft vom Spielfeldrand zu“. CDU und SPD ignorierten das Problem.

          Maisch verwies dabei auf den Umstand, dass die Bundesnetzagentur laut Antwort der Regierung letztmalig 2014 Bußgelder wegen Problemen beim Anbieterwechsel gegen Telekommunikationsfirmen verhängte. Sie forderte zudem eine Begrenzung der maximalen Vertragslaufzeit auf ein Jahr. Davon würde auch der Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt profitieren, ergänzte Maisch.

          Die Bundesnetzagentur dient auch als offizielle Kontroll- und Beschwerdestelle für Kunden im Telekommunikationsbereich. Bürger können sich unter anderem bei Problemen mit unerlaubter Telefonwerbung und Rufnummernmissbrauch an sie wenden. Über die Zahlen aus der Anfrage der Grünen hatte am Freitag zuerst die „Passauer Neue Presse“ berichtet.

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