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Brennstoffpreise : Rohöl wird billiger – Tanken wird teurer

Jetzt wird es teuer. Bild: Victor Hedwig

Der Preis für Superbenzin nähert sich langsam wieder den Rekorden aus dem teuren Tank-Herbst 2018. Der ADAC sieht die Entwicklung kritisch, hat aber auch einen Spartipp für Autofahrer.

          In der ersten Maiwoche haben die Kraftstoffpreise in Deutschland weiter angezogen. Für Super E10 mussten Autofahrer im Durchschnitt zuletzt 1,494 Euro je Liter zahlen, das waren 1,5 Cent mehr als in der Vorwoche. Morgens zahlt man jetzt meistens schon mehr als 1,50 Euro je Liter Superbenzin. Diesel verteuerte sich im selben Zeitraum um 0,8 Cent auf 1,302 Euro je Liter. Das geht aus der wöchentlichen Auswertung des Autoclubs ADAC der Preisdaten von mehr als 14.000 Tankstellen hervor. Für Benzin sei das mittlerweile schon die neunte Woche in Folge mit einem Preisanstieg, schreibt der ADAC. Die mittlere Preisdifferenz zwischen beiden Kraftstoffsorten, die im Februar zeitweise bei nur 7 Cent je Liter gelegen habe, sei somit mittlerweile auf 19,2 Cent je Liter gestiegen.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Die derzeit am Kraftstoffmarkt durchgesetzte Verteuerung ist kritisch zu bewerten“, schreibt der ADAC weiter. Dem Anstieg der Verbraucherpreise für Kraftstoffe gegenüber der Vorwoche stünden um knapp drei Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) gesunkene Rohölpreise gegenüber. Am Mittwoch sank der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent zeitweise sogar trotz der politischen Spannungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten wieder unter die Marke von 70 Dollar je Barrel, bevor es eine Gegenbewegung gab. Gleichzeitig zeigte der Dollarkurs zuletzt nur geringe Schwankungen. Der ADAC rät, Autofahrer sollten die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Tankstellen und die starken Schwankungen im Tagesverlauf nutzen, um trotz allem möglichst günstig zu tanken und dem Preisanstieg ein wenig zu trotzen.

          Um 4,6 Prozent verteuert

          Die Höchststände aus dem vorigen Herbst haben die Spritpreise noch nicht wieder erreicht – aber zumindest der Superpreis bewegt sich doch wieder darauf zu. Super E10 ist jetzt mit durchschnittlich fast 1,50 Euro ungefähr so teuer wie Ende November vergangenen Jahres. Der Höchststand aus dem teuren Tank-Herbst lag Mitte November noch etwa 5 Cent darüber. Beim Diesel hat der Preis mit durchschnittlich gut 1,30 Euro jetzt wieder den Stand von Mitte Dezember 2018 erreicht. Der Höchststand von Mitte November lag hier allerdings noch stolze 15 Cent höher.

          Auch der Anstieg der Inflationsrate in Deutschland von März auf April von 1,3 auf immerhin 2 Prozent war maßgeblich mit den höheren Energiepreisen begründet worden sowie mit teureren Pauschalreisen zu Ostern. Haushaltsenergie und Kraftstoffe haben sich nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,6 Prozent verteuert – das war die Produktgruppe mit dem stärksten Preisanstieg.

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