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Studie zu Tankstellenpreisen : Wird Benzin immer pünktlich zur Urlaubsreise teurer?

Bild: dpa

Der Besuch bei der Tankstelle kann zu den Ferien hin einen bitteren Beigeschmack haben: Ist es Einbildung, oder stimmt es, dass die Benzin-Preise pünktlich zur Urlaubs-Hochsaison immer merklich angehoben werden?

          Wirklich günstig ist Benzin im Augenblick nicht. Hängt das mit der Urlaubsreisewelle zusammen? Das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI präsentierte am Donnerstag aus Anlass des Ferienbeginns in Baden-Württemberg eine Studie, in der die Entwicklung der Kraftstoffpreise im vergangenen Jahr jeweils zum Beginn der Sommer-, Oster- und Pfingstferien untersucht wurde. Ziel war es, zu überprüfen, ob die populäre These, dass die Mineralölgesellschaften immer zum Ferienbeginn die Preise an den Tankstellen kräftig raufsetzen, weil die vielen Autofahrer auf der Urlaubsreise die Nachfrage ankurbeln und wenig Ausweichmöglichkeiten haben, einer empirischen Überprüfung standhält.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zumindest im Jahr 2016 war das nicht so, lautet das Ergebnis des Instituts. Ausgewertet wurden dazu Daten über die Preise von Rohöl und von Kraftstoff an 14000 Tankstellen, die von der Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts erhoben und im sogenannten RWI-Benzinpreisspiegel von dem Ökonomen Manuel Frondel verarbeitet werden. Zumindest 2016 sei es nicht so gewesen, dass zu Beginn der Ferien mit steigenden Benzinpreisen an deutschen Tankstellen gerechnet werden musste, schreibt das RWI: „So gibt es weder um den Ferienbeginn im Bundesland Baden-Württemberg am 28. Juli 2016 noch um Ostern zwischen dem 25. und 28. März 2016 oder um den Beginn der Pfingstferien am 14.Mai 2016 markante Ausschläge bei den Benzin- und Dieselpreisen.“

          Das Bundeskartellamt selbst hatte sich in einer groß angelegten Sektoranalyse vor sieben Jahren mit dem Thema beschäftigt. Der Befund damals: Es gebe auffällige Parallelen zwischen Urlaubsbeginn und Preissteigerungen an den Tankstellen, wenn auch keine Absprachen festgestellt wurden. Als Musterbeispiel wurde der Beginn der Osterferien 2009 genannt. Damals war das Benzin am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag vor Ostern um bis zu 11 Cent teurer als noch zwei Wochen vorher. Dabei war weder der Rohöl- noch der Großhandelspreis vergleichbar gestiegen. Ähnliche Preisspitzen stellten die Statistiker damals am Ferienende pünktlich zum Rückreiseverkehr fest – und regelmäßig vor den Wochenenden von Freitagmittag an.

          Wettbewerb nicht immer zu Gunsten des Kundens

          Nun hatte es seither aber Anzeichen gegeben, dass sich das verändert haben könnte. Die Markttransparenzstelle und die vielen Benzinpreis-Apps können geholfen haben, den Benzinmarkt transparenter zu machen, waren aber möglicherweise nicht der einzige Faktor. Offenbar hat sich die Strategie der Mineralölgesellschaften geändert. Jedenfalls gab es mehrfach Untersuchungen, die belegten, dass der Benzinpreis inzwischen stärker als früher im Tagesverlauf schwankt, und dafür weniger im Wochenverlauf und damit auch das alte Ferien-Phänomen an den Tankstellen zumindest nicht mehr so ausgeprägt ist. Der ADAC hatte im vergangenen Jahr eine Analyse veröffentlicht, die diese These stützte.

          Wissenschaftler von der Frankfurter Goethe-Universität hatten sich zudem mit der Frage beschäftigt, ob die starken täglichen Preisschwankungen wohl ein Zeichen für viel oder wenig Wettbewerb seien. Sie waren zu dem zunächst etwas ungewöhnlichen Ergebnis gekommen, die Schwankungen seien ein Zeichen für viel Wettbewerb – der aber in der speziellen Situation dieses unvollkommenen Marktes nicht unbedingt den Konsumenten zugutekomme. Vielmehr verschiebe sich die Phase am Tag, in der Autofahrer besonders billig tanken könnten, immer weiter nach hinten und werde kürzer.

          In diesem Sommer haben Autofahrer offenbar davon profitiert, dass der Rohölpreis zuletzt gesunken ist und die Preise an den Tankstellen nachgaben, wenn das Niveau auch nach wie vor ganz ordentlich ist. Der ADAC hatte zuletzt drei Wochen hintereinander fallende Kraftstoffpreise vermeldet, auf im Bundesdurchschnitt 1,436 Euro je Liter für Super E10 und 1,272 Euro für Diesel.

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