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Stiftung Warentest : Mineralwasser ist nicht besser als Leitungswasser

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Welches Wasser ist das beste? Eine neue Studie gibt Aufschluss. Bild: dpa

Günstiger, genauso gesund und besser für die Umwelt: Das Wasser aus dem Hahn kann locker mit dem aus der Flasche mithalten – sogar wenn es um Mineralien geht.

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          Wer keine Lust mehr hat, schwere Wasserkisten aus dem Supermarkt nach Hause zu schleppen, für den gibt es heute eine gute Nachricht: Mineralwasser ist nach Untersuchungen der Stiftung Warentest überbewertet. Es sei nicht besser als Leitungswasser und wesentlich teurer, erklärte die Stiftung nach Tests am Donnerstag in Berlin. So kostet ein Liter Leitungswasser rund einen halben Cent, das teuerste Mineralwasser im Test dagegen 70 Cent pro Liter. Die Ergebnisse der Studie finden sich in der August-Ausgabe der Zeitschrift „test“.

          Untersucht wurden Trinkwasser aus 28 Städten und Gemeinden sowie 30 stille natürliche Mineralwässer aus dem Einzelhandel. Die Forscher analysierten das Wasser auf seinen Mineraliengehalt sowie auf Rückstände von 89 Substanzen. Einige Mineralwässer hatten nicht einmal mehr Mineralstoffe als das Leitungswasser.

          In einigen Proben fanden die Tester Spuren von Arzneimitteln, Pflanzenschutzmitteln, Süßstoffen und Röntgenkontrastmitteln, Korrosionsschutzmitteln sowie Trihalogenmethanen, die bei der Desinfektion mit Chlor entstehen. Allerdings lag keiner dieser Rückstände über den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten. Auch Hormone aus Antibabypillen konnten beim Wasser aus der Leitung in keinem Fall nachgewiesen werden. Das Wasser sei nicht makellos, aber gut, urteilte die Stiftung Warentest.

          Auffallend mit Keimen belastet

          Spuren von Ampa, einem Abbauprodukt von Glyphosat, aber auch von Waschmitteln, fanden die Forscher hingegen in einigen Mineralwassern aus dem Supermarkt. Der Gehalt war aber so gering, das kein gesundheitliches Risiko bestehe. Außerdem war in sechs Fällen das Wasser aus der Flasche auffallend mit Keimen belastet.

          Vor allem Mineralstoffe im Mineralwasser seien ein Mythos, hieß es. Jedes zweite untersuchte stille Mineralwasser enthielt wenig Mineralstoffe, nur 8 der 30 Wässer konnten einen hohen oder sehr hohen Gehalt an Magnesium, Natrium und anderen Mineralstoffen als das mineralstoffreichste Trinkwasser im Test vorweisen.

          Leitungswasser sei das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland und habe eine gute Qualität. Alle Proben hätten der strengen Trinkwasserverordnung entsprochen. „Leitungswasser ist so gesund wie Flaschenware, unschlagbar günstig und umweltschonend obendrein“, sagte der Vorstand der Stiftung Warentest, Hubertus Primus.

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