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Trotz sinkendem Ölpreis : Sprit und Heizöl bleiben teuer

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Die Heizkosten steigen in Deutschland weiter. Bild: dpa

Am Montag treten die neuen Sanktionen gegen Iran in Kraft. Doch der Ölpreis an den Weltbörsen sinkt. Allerdings nicht die Preise für Sprit und Heizöl. Die Gründe liegen im Inland.

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          Die neuen Strafmaßnahmen der Vereinigte Staaten gegen Iran wirken sich bislang nicht auf den Ölpreis aus. Im Gegenteil: Auch am Montag fällt der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent aus der Nordsee, diesmal um 0,5 Prozent auf 72,42 Dollar je Barrel. "Der Effekt der Sanktionen wird durch die Ausnahmen abgemildert", sagt Rohstoff-Experte Sukrit Vijayakar von der Beratungsfirma Trifecta.

          Zum Wochenbeginn setzten die Vereinigte Staaten Strafmaßnahmen gegen die iranische Öl-Industrie in Kraft. Dadurch soll die Regierung in Teheran unter anderem dazu gebracht werden, ihre Atom- und Raketenprogramme aufzugeben. Um eine Destabilisierung des Ölpreises, aber auch der Versorgung der Handelspartner zu verhindern, sollen voraussichtlich für acht Länder vorübergehend Ausnahmen gelten. Dazu dürften China, Indien, Südkorea, Japan und die Türkei zählen, einige der größten Abnehmer iranischen Öls.

          Mittlerweile ist der Ölpreis von seinem Anfang Oktober erreichten 47-Monats-Hoch um 13 Dollar oder 15 Prozent zurückgekommen. Das war ein vergleichsweise steiler Absturz um täglich 0,4 Prozent. Fiele der Preis in diesem Tempo weiter, wäre er im Oktober 2019 bei knapp 20 Dollar angekommen.

          BRENT

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          Dennoch macht sich dies an den Zapfsäulen in Deutschland nicht bemerkbar. Im Bundesdurchschnitt kostet Diesel derzeit 1,446 Euro und E10 1,542 Euro. Vor 12 Monaten waren die Preise noch um 25 und 18 Cent niedriger. Auch der Heizölpreis liegt mit 85,45 Cent für den Liter auf dem höchsten Niveau seit September 2013. Dabei ist auch der Preis für Gasöl, der für den Heizölpreis ausschlaggebend ist, wie der Ölpreis deutlich von seinem Jahreshoch bei 742,50 Dollar je Tonne auf 662 Dollar gefallen. Selbst auf den Wechselkurs kann man den Preisanstieg nicht schieben, denn in Euro ist der Ölpreis an den Börsen kaum weniger stark gesunken als in Dollar.

          Brand und Trockenheit

          Als Gründe für den steigenden Heizölpreis wird zum einen die Explosion in der Bayernoil-Raffinerie Vohburg vor zwei Monaten genannt. Diese kann immer noch nicht produzieren, was in Bayern schon zu einer Knappheit an Bitumen und Asphalt geführt hat. Erst im kommenden Frühjahr werde die Produktion wieder aufgenommen werden können, sagte Geschäftsführer Michael Raue vor kurzem der Zeitung „Donaukurier“. Asphalt könne daher um bis zu 25 Prozent teurer werden, heißt es.

          Zum anderen tut die lange Trockenheit ihr Übriges. Der Pegelstand des Rheins liegt bei Düsseldorf und Worms rund 80 Prozent unter dem Mittelwert, die Elbe bei Lenzen um 70 Prozent, die Donau bei Vohburg um 98 Prozent!

          Das habe das Preisgefüge im Inland durcheinandergebracht, so das Heizöl-Preisportal heizoel24.de. Eigentlich sei Heizöl nur am Mittel- und Oberrhein wegen des Niedrigwassers und in Bayern wegen des Raffineriebrandes knapp. Aber weil diese Knappheiten durch Transporte aus anderen Gegenden gedeckt werden müssten, treibe das auch anderenorts die Preise.

          Das Bundeswirtschaftsministerium hat schon vor zwei Wochen Bestände aus der nationalen Ölreserve freigegeben, um damit auf die angespannte Versorgungslage durch das extreme Niedrigwasser im Bereich des Mittel - und Oberrheins zu reagieren. Allerdings werden auch zu aktuellen Marktpreisen zugeteilt. Zudem wird der Erdölbevorratungsverband nach Ende des Versorgungsengpasses seine Bestände wieder auffüllen.

          Insofern geht von den freigegebenen 70.000 Tonnen Benzin, 150.000 Tonnen Diesel und rund 56.000 Tonnen Kerosin eine eher leicht dämpfende Wirkung aus. Zudem dürfte die vorgesehene Wiederauffüllung die Preise später auch wieder etwas langsamer sinken lassen.

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