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Preise im Internet : Wie man die Tricks der Online-Händler zum Sparen nutzen kann

Offline gelten Rabatte immer. Online kommt es häufig auf die Tageszeit an, ob man sparen kann. Bild: dpa

Wer zum richtigen Zeitpunkt einkauft, kann schnell viel Geld sparen. Eine neue Studie analysiert die Tricks der Online-Händler. Zu welcher Tageszeit spart man am meisten?

          Das Brötchen kostet morgens 55 Cent und abends 35 Cent. Der Bierpreis in der Kneipe ist auf die Trinklaune zugeschnitten: Wer was zu feiern hat, zahlt vier Euro. Wer nur für ein Feierabendbier vorbeikommt, zwei Euro fünfzig.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das wäre die analoge Übersetzung der Preissetzung im Internet. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat diese Praxis jetzt systematisch untersucht. Dafür haben sie sich von Ende Januar bis Anfang März die Preise bei 16 deutschen Online-Händlern angeschaut und insgesamt 1133 Preise untersucht. Nutzt man die Erkenntnisse, kann man einfach Geld sparen.

          Wer abends einkauft, spart

          Media-Markt senkt seine Preise häufig gegen 18:45 Uhr. Das gleiche Samsung-Handy kostete Anfang Februar 800 Euro, am 18. Februar dann mal kurz 580 Euro, davor und danach aber wieder mehr als 750 Euro. Kauft man bei Media-Markt ein, sollte man also Geduld haben, immer wieder vergleichen und am besten abends shoppen. Ähnliches gilt für die Plattform Comtech: Das gleiche USB-Kabel war dort mal für 1,75 Euro und mal für 6,79 Euro zu haben.

          Auch bei Autoteilen lohnt es sich, Preise über einen längeren Zeitraum zu verfolgen und nachmittags einzukaufen. ATU senkt die Preise für Autobatterien, Reifen und Motorenöl zwischendurch häufig. Jeweils nachmittags wurden die Preise um bis zu ein Viertel reduziert und am kommenden Vormittag wieder entsprechend angehoben. Der Konkurrent Tirendo geht noch einen Schritt weiter. Die Preise mancher Winterreifen schwankten innerhalb der untersuchten fünf Wochen zwischen 219,30 Euro und 638,50 Euro.

          Auch Otto und Zalando ändern ihre Preise häufig. Bei Zalando kostete eine Stoffhose der Marke G-Star, die von Pharrell Williams beworben wird, normalerweise zwischen 80 und 100 Euro. Als Pharrell Williams aber während eines wichtigen Basketballspiels in der Halbzeit-Show auftrat, kostete die Hose knapp eine Woche lang fast 200 Euro.

          Das Wetter beeinflusst die Preise

          Online-Apotheken haben dagegen vergleichsweise stabile Preise. Doc Morris passte die Preise von nur sieben von 70 Produkten dynamisch an. Bei 34 anderen Produkten gab es nur vereinzelt Anpassungen. Sanicare passte sechs Preise mehrmals an. 55 Produkte hatten nur an zwei Tagen andere Preise: Am 14. Februar und am 18. Februar.

          Das könnte mit der Grippewelle im Februar und dem Wetter zusammenhängen. Am 14. Februar war die Tiefsttemperatur in vielen deutschen Städten unter minus 5 Grad gefallen. Auch am 18. Februar ging die Tiefsttemperatur vielerorts zurück.

          Händler spielen mit Glaubwürdigkeit

          Sanicare ist in der Untersuchung allerdings der König der Preisdifferenzierung. Bei 87 Prozent der Arzneimittel sind die Preise nicht fix. Media-Markt ändert die Preise von zwei Dritteln seiner Produkte, Zalando von der Hälfte. Bei den Baumärkten Obi und Hornbach sind es aber nur 17 und 11 Prozent. Allerdings ändert Obi die Preise seiner Produkte häufig, wobei die Schwankungen allerdings gering waren. Eine Fensterbank hatte fast täglich einen anderen Preis, kostete aber beständig etwa 20 bis 21 Euro.

          Die Online-Händler gehen mit der Preisdifferenzierung durchaus ein Risiko ein. Im vergangenen Jahr ergab eine Studie, dass Händler dadurch schnell an Glaubwürdigkeit verlieren können. Bis zu 30 Prozentpunkte betrug der Anteil der Befragten, die einen Händler als weniger glaubwürdig ansahen, wenn sie bemerkt hatten, dass dieser die Preise häufig änderte.

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