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Diamantring zufällig entdeckt : Der Schatz vom Trödelmarkt

Der ungewöhnliche Schliff und die geringe Wahrscheinlichkeit auf so einen Fund zu stoßen, sorgten dafür, dass der Ring jahrelang unentdeckt blieb. Bild: AFP

Bei Sotheby’s wird ein unscheinbarer, zufällig entdeckter Diamantring versteigert. Er soll 450.000 Euro wert sein. Seine Besitzerin trug in jahrelang, auch beim Einkaufen oder der Hausarbeit.

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          Davon träumt jeder, der gern Trödelmärkte durchstöbert: einmal dort einen Gegenstand entdecken, der ein Vermögen wert ist. Einmal dort etwas finden, dessen wahren Wert der Verkäufer aus unerfindlichen Gründen übersehen hat und der nur einem selbst durch einen Wink des Schicksals (oder aber, besser noch, durch das eigene tiefe Wissen über solcherlei Kunstgegenstände) aufgefallen ist. Meistens aber wird daraus nichts. Wie viele Vasen werden jedes Jahr auf Flohmärkten vergeblich umgedreht, weil ein Käufer auf ein Zeichen für ganz frühes Meissener Porzellan hofft! Wie viele Ölgemälde werden akribisch auf einen möglichen Ursprung aus Meisterhand hin untersucht! Und wie viele Schmuckstücke werden eingehend daraufhin überprüft, ob sich womöglich ein unentdeckter Schatz dahinter verbirgt.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Um so erstaunlicher ist, dass es das bisweilen wirklich gibt. Auch wenn es fraglos mehr Schatzsucher auf den Flohmärkten gibt als Schätze, schließt das eine erfolgreiche Schatzsuche trotzdem offenbar zumindest nicht gänzlich aus.

          Käuferin trug den Ring jahrelang

          Das jedenfalls legt ein Angebot des Auktionshauses Sotheby’s nahe. Das renommierte Kunsthaus will am 7. Juli beim „Sotheby London’s Fine Jewels Sale“ einen Ring unter den Hammer bringen, mit dem eine solche Entdeckungsgeschichte verbunden ist. Der Ring wird geziert von einem 26-Karat-Diamanten und wird auf rund 450000 Euro geschätzt. Die Besitzerin soll ihn für zehn Pfund (knapp zwölf Euro) in den achtziger Jahren auf dem Flohmarkt erworben haben. Damals hatte der Verkäufer offenbar nicht den leisesten Schimmer, dass der Ring echt war.

          Auch die Käuferin hatte ihn für billigen Modeschmuck gehalten, fand ihn aber schön. Sie mochte ihn anscheinend sogar so sehr, dass sie ihn ständig trug, auch beim Einkaufen beispielsweise und der täglichen Hausarbeit. „Niemand wusste, dass er von großem Wert war“, sagte Sotheby’s-Sprecherin Jessica Wyndham. Irgendwann soll dann einem Juwelier aufgefallen sein, dass der Ring möglicherweise wertvoll sein könnte. Das war das Stichwort. Die Frau legte den Ring dem Auktionshaus in London zur Schätzung vor und war über das Ergebnis völlig platt. Sie sei jetzt unglaublich aufgeregt, berichtet das Auktionshaus, immerhin gehe es bei der Versteigerung um einen Geldbetrag, der ein ganzes Leben verändern könne.

          Dass der große Diamant nicht als solcher erkannt wurde, mag daran gelegen haben, dass einfach alle Beteiligten es für so außerordentlich unwahrscheinlich gehalten hatten. Ein anderer Grund soll der ungewöhnliche Schliff aus dem 19. Jahrhundert gewesen sein. Damals war es offenbar üblich, möglichst das Gewicht eines Diamanten zu bewahren und ihn nicht so funkelnd zu schleifen, wie man das heute gewöhnt ist. Entsprechend sieht der wertvolle Stein eher glanzlos aus. Es war also offenbar gerade die Tatsache, dass der Stein nicht nach einer Sensation aussah, die für die glückliche Finderin eine Sensation möglich machte.

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