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Seriennummern von Geldscheinen : Die Digitalisierung des Bargelds

Seriennummer einer 200-Euro-Banknote Bild: dpa

Soll man die Seriennummern der Geldscheine und ihre Wege im Netz speichern, um Kriminalität zu bekämpfen? Die Bundesbank ist skeptisch.

          4 Min.

          Ein Unternehmer aus Frankfurt hat eine ungewöhnliche Idee. Gerrit Stehle, Geschäftsführer der Venture-Capital-Gesellschaft Elephant & Castle, der früher unter anderem bei den Banken UBS, Rothschild und Goldman Sachs gearbeitet hat, tingelt damit im Augenblick über Banktechnik-Messen und Bargeld-Kongresse. Sein Vorschlag: Könnte man nicht die Seriennummern auf allen Geldscheinen, die beispielsweise bei Lösegeldzahlungen in Entführungsfällen von der Polizei registriert werden, um die Täter zu schnappen, eigentlich viel weitgehender nutzen?

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Könnte man diese Nummern nicht in allen Geldautomaten, bei allen Werttransporten und womöglich auch an Supermarktkassen, im Kaufhaus und an der Tankstelle erfassen und im Internet speichern? Dann könnte man im Netz, anfangs vielleicht etwas lückenhaft, aber doch zunehmend besser, die Wege der Geldscheine durch die Welt verfolgen. So ähnlich, wie das jetzt schon als Jux und auf völlig freiwilliger Basis auf Internetseiten wie www.eurobilltracker.com möglich ist. Das neue System aber sollte bei einer unabhängigen Behörde wie der Bundesbank angesiedelt sein, meint der Unternehmer, um Datenmissbrauch zu vermeiden. Gespeichert würden keine persönlichen Daten, versichert er, nur die Seriennummern der Scheine, Ort und Zeit des Auftretens – und vielleicht noch der Erhaltungszustand der Banknote.

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