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Smartwatches im Vergleich : Welche Fitnessuhr ist die beste?

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Im Gegensatz zu manchem Konkurrenten wirkt die Fitbit Versa dank ihrer schlichten Form hochwertig und fast schon elegant. Bild: AP

Ob beim Spazierengehen oder Schwimmen: Smarte Armbanduhren messen jede Regung und Reaktion des Körpers. Manchmal liegen sie aber ziemlich daneben.

          Es war ein Hype ohne Grenzen. Als die zweifache Oscar-Preisträgerin Jane Fonda Anfang der 1980er Jahre ins Fitness-Metier wechselte, folgten ihr die Massen. Fondas Aerobic-Videos verkauften sich weltweit millionenfach. Geschwitzt wurde vor dem Fernseher. Der Effekt des Heimtrainings ließ sich jedoch allein mit Hilfe des Spiegels beurteilen.

          Dank Digitalisierung erreicht die Leistungskontrolle heute auch im Freizeitsport eine neue Dimension. Fitnesstracker protokollieren jede Bewegung und die Reaktion des Körpers – von der Zahl der Schritte über erklommene Stockwerke bis hin zum Puls und Kalorienverbrauch. Selbst der Wasser- und Koffeinkonsum lässt sich dokumentieren. Ein riesiger Markt ist entstanden: Die Marktforscher von IDC erwarten, dass sich die Verkäufe von sogenannten Smartwatches, die alle Daten messen, bis 2022 weltweit auf über 94 Millionen Stück mehr als verdoppeln. Im vergangenen Jahr lag der Absatz bei rund 46 Millionen.

          Die Auswahl ist groß – vom Gesundheits- und Alltagstracker bis hin zu Uhren speziell für Jogger oder Radfahrer. Die günstigsten Modelle gibt es schon für 20 Euro, Profigeräte können mehr als 1000 Euro kosten. Um die Gunst der Sporttreibenden wetteifern Start-ups mit Technologiegiganten und Branchenpionieren. Die F.A.S. hat fünf Produkte gegeneinander antreten lassen.

          Getestet wurden Einstiegsmodelle der Hersteller Apple, Fitbit, Garmin, Polar und Samsung, die folgende Kriterien erfüllten: Sie müssen wasserdicht sein, Zeit- und Distanzerfassung, integriertes GPS sowie Schritt- und Herzfrequenzmessung bieten. Die versprochenen Funktionen werden im alltäglichen Gebrauch, auf der Tartanbahn, im Schwimmbad, in der Stadt und auf offenem Feld geprüft.

          Elegante Apple Watch, klobige Polar M430

          Schon rein äußerlich zeigen sich deutliche Unterschiede. Sowohl die Apple Watch 3 als auch die Fitbit Versa wirken dank ihrer schlichten, rechteckigen Form hochwertig und fast schon elegant. Anders die Polar M430. Auch hier ist der Bildschirm rechteckig, wird aber von einem Silikonarmband umschlossen – das kommt etwas klobig daher. Die Samsung Gear Sport und die Garmin Vivoactive 3 haben einen runden Bildschirm und erinnern daher an eine sportliche Armbanduhr inklusive Lünette.

          Sobald die Uhren aufgeladen sind, kann es zumindest mit Android-Geräten erstaunlich schnell losgehen. Außer bei der Apple Watch ist grundsätzlich keine Kopplung mit einem Smartphone nötig. Die Apple Watch dagegen lässt sich ohne ein iPhone nicht einrichten – die Nutzungsmöglichkeiten sind dann stark eingeschränkt. Hinzu kommt, dass die Fitnessuhr ausschließlich mit dem iOS-Betriebssystem von Apple kompatibel ist. Ein klares Manko, denn Android-Nutzer bleiben außen vor. Hilfreich allerdings ist die Verbindung zum Smartphone auch bei den anderen Geräten, um die Daten später zu sichern und übersichtlich vergleichen zu können.

          Zum Start muss der Nutzer lediglich persönliche Daten wie Gewicht und Körpergröße eingeben. Einige der Uhren fragen diese zu Beginn eigenständig ab. Beim Modell von Samsung hingegen muss man selbst draufkommen und sich durch das Menü klicken. Dafür gibt’s einen Minuspunkt.

          Bis auf die Polar haben alle Uhren für die Bedienung einen Touchscreen. Das Display ist vor allem bei der Apple Watch und der Samsung Gear Sport dank der sogenannten Amoled-Technologie (Active Matrix Organic Light Emitting Diode) farbstark und scharf. Bei dieser Art von Bildschirm braucht es keine Hintergrundbeleuchtung, sondern die einzelnen Pixel leuchten aus sich heraus. Die Polar ist das genaue Gegenteil: Dort ist ein schwarz-weißes LCD (Liquid Crystal Display) verbaut, die Pixel werden von einem weißen Hintergrund angestrahlt. Somit fällt die Display-Qualität stark ab.

          Doch der finnische Hersteller, der mit kabellosen Herzfrequenzmessgeräten gestartet ist, verfolgt einen pragmatischen Ansatz – und das mit Erfolg. Der optische Sensor findet schnell den Puls am Handgelenk und misst ihn erstaunlich genau. Überprüft wird das Ergebnis mit einem Pulsmesser im Brustgurt, der als zuverlässigstes Verfahren gilt, um die Herzfrequenz festzustellen. Wichtig zur Vergleichbarkeit ist, dass die Uhren möglichst eng und genau am Handgelenk sitzen. Locker sitzende Armbänder verzerren das Messergebnis. Auch die Garmin kann hier punkten. Bei einem Spaziergang trifft sie den Brustgurt-Puls von 95 Herzschlägen pro Minute ziemlich genau.

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