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Smartwatches im Vergleich : Welche Fitnessuhr ist die beste?

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Die Fitnessuhr von Samsung kann nicht mithalten. Insbesondere starke Schwankungen werden nicht genug berücksichtigt. Wenn beispielsweise beim Spazierengehen ein kleiner Zwischensprint zur grünen Ampel eingelegt wird, steigt der gemessene Puls auf der Uhr nicht sprunghaft an, sondern mit Verzögerung. Anschließend fällt er auch langsamer wieder ab als der tatsächliche Puls. Und so zeigt die Uhr auch nach dem Sprint noch einen Wert von 130 Herzschlägen, wobei der Brustgurt-Wert schon wieder einen sinkenden Puls von 116 misst. Ähnlich das Ergebnis bei der Apple Watch. In Ruhephasen oder bei Anstrengung weichen die ermittelten Werte stark von denen des Brustgurts ab.

Zum Härtetest geht es ins Schwimmbad

Weiter geht es mit dem GPS-Test. Es gilt herauszufinden, wie gut die Fitnessuhren das GPS-Signal in der Stadt finden. Das funktioniert allerdings bei der Samsung genauso wenig wie bei der Fitbit. Es dauert teilweise Minuten, bis die Uhr das Signal einfängt. Allein auf freiem Feld gelingt das besser. Für Städter wird das Warten schnell frustrierend.

Die Apple Watch signalisiert zwar rasch Startbereitschaft. Allerdings zeigt sich später, dass das Gerät zunächst gar kein GPS-Signal empfangen hat. Die dabei zurückgelegte Distanz wird geschätzt, und zwar länger, als sie tatsächlich ist. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt damit zu hoch, auch die Leistungswerte scheinen besser, als sie wirklich sind. Das hilft zwar dem Sportler-Ego, nicht aber der Überprüfung des Trainingserfolgs.

Motivation bieten die verschiedenen Möglichkeiten auf den Uhren, festgelegte Tages- und Langzeitziele einzustellen. Seien es die erreichten 10 000 Schritte am Tag oder die 15 bewältigten Stockwerke. Auf der Polar springt das Strichmännchen zur Belohnung auf und ab, auf der Apple Watch wird ein digitales Feuerwerk abgebrannt. Die Garmin setzt noch einen drauf, indem sie für den nächsten Tag gleich das Ziel erhöht.

Insgesamt achten die Uhren auf das Wohlbefinden ihres Trägers. Fitbit, Polar und Apple schlagen tägliche Atem- und Entspannungsübungen vor. Die Samsung gibt bildliche Anleitung, wie man sich nach über einer Stunde Sitzen am Schreibtisch bewegen und dehnen kann. Die Garmin hat sogar einen Stresswert. Dieser vergleicht die körperliche Aktivität mit dem Herzschlag und rät beispielsweise bei einem spannenden Fußballspiel dazu, zur Ruhe zu kommen – es drohe „mittlerer Stress“.

Zum Härtetest geht es ins Schwimmbad. Teils haben die Fitnessuhren hierzu besondere Einstellungen. So gibt es beispielsweise bei der Fitbit eine Extrarubrik „Schwimmen“, die die Bahnlänge messen soll und die Sportart in die aktiven Tagesminuten einrechnet. Im Becken ist die bislang solide Garmin klares Schlusslicht. Egal, ob mit Abstoßen von der Wand oder ohne, sie zählt regelmäßig eine Bahn zu viel. Alle anderen vier Uhren ermitteln die Bahnlängen und die Gesamtdistanz ziemlich genau. Die Apple Watch versucht dabei, den Schwimmstil zu erraten, verwechselt dabei aber Brust mit Rücken.

Nach dem Schwimmbad ist vor der Tartanbahn. Auf der eigentlich 400 Meter langen Strecke reicht die ermittelte Distanz von 441 (Fitbit) bis 608 Metern (Samsung). Im Alltag ist das Ergebnis ähnlich unzuverlässig: Der Schrittzähler funktioniert mäßig. Einzige Ausnahme: die Garmin. Weniger dramatisch ist dabei, dass sie Stockwerke erst ab drei Höhenmetern gutschreibt und somit bei Gebäuden mit niedriger Deckenhöhe auch mal eins vergisst.

Die Vivoactive 3 kann mit den besten Fitnessfunktionen und einem ordentlichen GPS glänzen. Auch wenn der Bildschirm im Vergleich zu Apple und Samsung etwas einbüßt und sehr schlicht ist, stechen die nahezu exakten Messergebnisse heraus, genauso wie die einfache Menü-Führung.

Grundsätzlich sind diese sogenannten Wearables häufig in der Kritik, da sie Daten sammeln, über deren Verwendung vieles im Unklaren bleibt. Zwar lässt sich in den App-Berechtigungen einiges deaktivieren. Doch die Standortverfolgung und eine Übermittlung an den Anbieter sind kaum zu umgehen, sofern alle Funktionen zur Verfügung stehen sollen. Nach Untersuchungen der Verbraucherzentrale wurden Fitness-Tracker-Anbieter abgemahnt. Bei unserem Test betrifft es Apple, Fitbit, Garmin und Polar. Wem das alles nicht geheuer ist, dem bleibt wohl nur eins: Bahnen selbst zählen und den Puls mit der Stoppuhr ermitteln.

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