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Negativzinsen : Skatbank folgt EZB bei den Minuszinsen

Welche Banken folgen noch der EZB bei den Negativzinsen? Bild: dpa

Die Direktbank hatte schon zu den ersten Instituten in Deutschland gehört, die Negativzinsen auch für Privatkunden mit sehr großen Einlagen eingeführt hatte. Jetzt geht sie nach Informationen der F.A.Z. den nächsten Schritt.

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          Die Deutsche Skatbank aus dem thüringischen Altenburg folgt nach Informationen der F.A.Z. der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der weiteren Herabsetzung der Zinsen ins Negative. Damit ist sie offenbar die erste Genossenschaftsbank. Bislang verlangte die Bank von Privatkunden mit Einlangen von mehr als 500 000 Euro auf dem Tagesgeldkonto oder mehr als einer Million Euro auf dem Girokonto 0,4 Prozent Zinsen. Vom 1. Oktober an liegt die Schwelle, von der an Negativzinsen fällig werden, nur noch bei 100 000 Euro. Zudem wird der Zinssatz auf minus 0,5 Prozent weiter ins Negative verschoben.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Direktbank hatte zu den ersten Instituten in Deutschland gehört, die Negativzinsen auch für Privatkunden mit sehr großen Einlagen eingeführt hatte. Der Vorstand hatte damals vorausgeahnt, dass nach der Einführung von Negativzinsen für Einlagen der Banken bei der Notenbank ein Wettlauf einsetzen würde, welche Bank noch sehr große Einlagen ohne Verwahrentgelte oder Negativzinsen annimmt. Deshalb hatte sie sehr frühzeitig Negativzinsen eingeführt, was ihr einige Kritik einbrachte.

          Bereits am Freitag war bekanntgeworden, dass die erste Sparkasse der EZB folgt. Die Sparkasse Rotenburg-Osterholz in Niedersachsen hat ihren Negativzins auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Der Zins wird auf Guthaben von einer Million Euro an erhoben. Vor der Senkung hatte der Zinssatz bei minus 0,4 Prozent gelegen.

          Die große Sorge in der Politik und unter Verbraucherschützern ist, dass nach der EZB-Entscheidung bei vielen Banken Negativzinsen schon von 100 000 Euro an üblich werden. Dafür gibt es noch keine handfesten Belege, zumal die EZB die Banken zuletzt durch Freibeträge bei den Negativzinsen auf Einlagen etwas entlastet hat. Eine Umfrage der Bundesbank unter Banken zeigte zuletzt allerdings, dass viele Banken über Negativzinsen auch im breiten Kundengeschäft nachdenken.

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