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Second Hand : Luxus zum halben Preis

Ist die Designertasche ihr Geld wert? Jedes Stück wird auf Echtheit geprüft. Bild: Rebelle

Second Hand ist angesagt wie nie. Nicht nur Designermode – auch Uhren und Bücher gibt es gebraucht günstig im Netz. Wir zeigen Ihnen, wo es sich zu suchen lohnt.

          6 Min.

          Aus der Not hat Cécile Wickmann ein Geschäft gemacht. Als die gebürtige Berlinerin längst in Hamburg lebte, wurde sie von ihrem Vater aufgefordert, die daheim zurückgelassenen Kleidermengen aus dem Keller zu räumen. Cécile Wickmann suchte nach einem Unternehmen, das ihre Designerstücke abholte und für sie verkaufte – vergeblich. Also nahm sie es selbst in die Hand, gründete einen Verkaufsservice für gehobene Mode und teure Accessoires und machte daraus 2013 die florierende Plattform Rebelle. Eine Geschäftsidee zur rechten Zeit. Inzwischen ist Second Hand angesagt: nicht nur bei Kleidung, sondern auch bei Handys, Uhren, Büchern und so weiter. „Wir wollten das angestaubte Second-Hand-Image auf ein anderes Level heben“, sagt die 34-jährige Wickmann. „Inzwischen ist Vintage in der breiten Masse angekommen.“

          Corinna Budras
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Thomas Klemm
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Second Hand, das bedeutete früher: schmuddelige Innenstadtläden, in denen nur einkaufte, wer sich wenig Neues leisten konnte oder sich aus politischen oder ökologischen Gründen von der Masse absetzen wollte. Heute spielt sich der An- und Verkauf vor allem im Internet ab. Auf den Gebrauchtwaren-Plattformen gibt es nichts, was es nicht gibt. Und nicht nur das Angebot ist vielfältig geworden, auch die Bezeichnung hat sich geändert: Statt Second Hand heißt es in der Mode heute Vintage, oder, von Marketingstrategen erfunden, „Preloved“. Das soll Käuferinnen und Käufern sagen, dass jedes gute Kleidungsstück aus zweiter Hand vom vorherigen Besitzer innig geliebt wurde.

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