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Tipps für sicheren Versand : Schluss mit dem Paket-Ärger!

Die Deutschen verschicken jedes Jahr mehr als 3,5 Milliarden Pakete. Bild: dpa

Noch nie haben wir so viel im Internet bestellt wie heute. Aber ständig gibt’s Probleme mit den Boten, oder das Paket geht verloren. Was tun? Wir haben Tipps für Sie, die Ihnen das Online-Shopping erleichtern.

          Die Wunschnachbarn Frau Kiosk und Herr Mülltonne – wer kennt die beiden nicht? Fast jeder hatte schon einmal Ärger mit einem Paket, das nicht ankam, beschädigt oder schlicht zu spät war oder bei den genannten Zeitgenossen deponiert wurde. Mehrere Foren im Internet haben die alleinige Aufgabe, den Kunden eine Plattform zu bieten, wo sie ihrem Ärger über die Paketzusteller Luft machen können. Die Verbraucherzentrale hat gar eine Beschwerde-Pinnwand eingerichtet, auf der teils skurrile Beiträge eingehen wie „Paket schläft seit 20 Tagen in Krefeld“ oder „Aggressiver Paketbote“.

          Anna Steiner

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Oft sind allerdings nicht die Paketboten selbst schuld – von manchen schwarzen Schafen abgesehen. Der Fehler liegt im System. Die Deutschen verschickten im vergangenen Jahr mehr als 3,5 Milliarden Pakete. In den nächsten drei Jahren soll das Sendungsvolumen noch einmal um knapp eine Milliarde weiterer Pakete steigen. Die Zustelldienste jedoch arbeiten am Limit, und das inzwischen nicht mehr nur in der Weihnachtszeit. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Immer mehr wird im Internet bestellt, mit einer Null-Versandkosten-Mentalität und der Erwartung, das Paket noch am selben Abend bis ins Wohnzimmer geliefert zu bekommen. Außerdem fehlen Paketboten an allen Ecken und Enden. Gegen manche Zustellpannen ist der Kunde schlicht machtlos. Mehr als reklamieren kann er dann nicht. Doch gegen viele Versäumnisse kann er sich wappnen. Wer vom Sofa aus shoppen will, kann einiges tun, damit die Pakete ankommen.

          Natürlich darf sich jeder vor dem Bestellen auch einmal fragen, ob er das, was er gerade in seinen virtuellen Warenkorb gepackt hat, nicht auch im Supermarkt um die Ecke bekommt. Wenn es die Online-Bestellung sein muss, dann gilt vor allem ein Grundsatz: Anbieter vergleichen! Nicht nur bei den Preisen gibt es hier große Unterschiede. Auch bei anderen Kriterien lohnt sich genaues Hinsehen.

          „Wir haben Sie leider nicht zu Hause angetroffen“

          Das Ärgerlichste ist wohl, wenn man den ganzen Tag zu Hause war und trotzdem eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten findet, die besagt: „Wir haben Sie leider nicht zu Hause angetroffen. Ihr Paket ist ab morgen im Paketshop abholbereit.“ Je mehr Zustellversuche ein Dienstleister zusagt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Boten klingeln, weil sie es sonst am nächsten Tag ohnehin nur nochmals versuchen müssten. Während DHL die Sendung nach nur einem Zustellversuch in einen Paketshop bringt, macht Hermes das erst nach dem dritten Zustellversuch. Bei GLS geht das Paket im schlechtesten Fall nach nur einem Versuch zurück an das nächste Paket-Depot und muss dort abgeholt werden. Seit Kurzem liefert auch Amazon Logistics in Deutschland aus. Hier bekommt der Kunde wohl den diesbezüglich besten Service: Nach drei Zustellversuchen fragt Amazon automatisch nach den Angaben für eine Neuzustellung. Wie bei Hermes ist dann auf Nachfrage auch der Versand an eine neue Adresse möglich. Allen Anbietern sind die charakteristischen Benachrichtigungskarten gemein. Es empfiehlt sich jedoch, auch den Mail-Posteingang im Blick zu behalten, da die Karten manchmal nicht ausgestellt werden oder verlorengehen. Alle Dienstleister bieten die Zustellung an einen sogenannten Wunschnachbarn oder einen bestimmten Paket-Shop.

          Auch die Angabe eines sicheren Ablageortes ist möglich. Allerdings haftet der Kunde selbst, wenn das Paket dort verlorengehen sollte. Amazon Logistics geht hier einen Schritt weiter: Die Amazon-Boten arbeiten mit Zustellfotos. Wenn das Paket an einen sicheren Ablageort geliefert wird, macht der Bote nach der Zustellung ein Foto. Dieses dient zum einen als Absicherung für das Unternehmen und als Qualitätskontrolle, dass das Paket wirklich ausgeliefert wurde. Zum anderen kann der Kundenservice dann bei vermissten Päckchen dank Foto bei der Suche helfen. Diesen Dienst kann jeder Amazon-Kunde aber auch abbestellen, wenn er nicht möchte, dass Amazon über Fotos des eigenen Hauses oder Gartens verfügt.

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