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Gewerkschaften machen Druck : Ryanair-Passagieren drohen Streiks im Sommer

  • Aktualisiert am

Eine Boeing 737 von Ryanair. Bild: Reuters

Urlauber, die mit dem irischen Billigflieger Ryanair in diesem Sommer in die Ferien fliegen wollen, könnte bange werden. Gewerkschaften drohen mit Streiks, falls Ryanair ihre Forderungen bis Juli nicht erfüllt.

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          Beim Billigflieger Ryanair könnte es mitten in der Ferienzeit Streiks geben. Gewerkschaften von Flugbegleitern in Spanien, Portugal, Belgien und Italien drohten am Montag mit Arbeitsniederlegungen im Sommer, wenn Ryanair nicht bis zum 30. Juni ihre Forderungen erfüllt.

          Wie die spanische Gewerkschaft USO mitteilte, bekräftigten die Gewerkschaften bei einem Treffen in Madrid die Forderung, nicht mehr alle Angestellten nach irischem Recht zu beschäftigen. Außerdem soll Ryanair Beschäftigte mit Leiharbeitsverträgen besser stellen.

          Ryanair hatte zuletzt in mehreren Ländern Pilotengewerkschaften offiziell anerkannt und sich damit von einer jahrzehntelangen Unternehmenspraxis verabschiedet. Daraufhin forderten Beschäftigte in zahlreichen Ländern bessere Arbeitsbedingungen.

          Zuvor hatte es bei der Billigfluggesellschaft heftig rumort. Das Unternehmen musste im Herbst und Winter tausende Flüge streichen - nach eigener Darstellung wegen eines Planungsfehlers beim Urlaub der Piloten. Außerdem gab es die ersten Warnstreiks in der Geschichte des irischen Unternehmens.

          Ärger auch vor deutschen Arbeitsgerichten

          Auch von anderer Seite droht dem Billigflieger Ungemach, wenn auch nicht unmittelbar mit Streiks verbunden.  So entschied das Arbeitsgericht Karlsruhe, dass Beschäftigte des Unternehmens ihren Arbeitgeber auch vor deutschen Arbeitsgerichten verklagen können. Ryanair hat Berufung angekündigt, die vor dem Landesarbeitsgericht Freiburg verhandelt werden müsste.

          Die Fluggesellschaft ist der Meinung, dass an ihrem Gerichtsstand nach irischem Arbeitsrecht verhandelt werden müsse. Dem steht ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes entgegen, der die nationalen Gerichte an den Einsatzorten der Beschäftigten für zuständig erklärt hat.

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