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Scoring : Regierungsberater warnen vor gläsernem Verbraucher

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Verbraucher werden von Algorithmen zunehmend bewertet. Bild: dapd

Scoring-Algorithmen entscheiden immer mehr darüber, ob Verbraucher auf Rechnung bestellen oder eine Versicherung abschließen können. Das berge die Gefahren von Fehlern und Diskriminierung.

          Autoversicherungen, Kredite, Bezahlen im Internet: In immer mehr Lebensbereichen kommen Algorithmen zum Einsatz, mit denen Verbraucher eingestuft werden. Nach Ansicht von Beratern der Bundesregierung birgt das sogenannte Scoring jedoch Gefahren von Fehlern und Diskriminierung. Kritisch sei zum Beispiel, wenn die Kreditwürdigkeit davon abhängig gemacht werde, dass jemand in einer guten Wohngegend lebe, teilte der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen am Mittwoch mit.

          Verbraucherministerin Katarina Barley (SPD) betonte: „Jegliche Form von Scoring muss transparent sein und Diskriminierung sowie Missbrauch ausschließen.“ Unabhängige Instanzen müssten die Berechnungen überprüfen und brauchten dafür mehr Unterstützung.

          Scoring-Algorithmen entscheiden unter anderem darüber, wer im Internet auf Kredit kaufen und wer nur auf Vorkasse bestellen darf. Auch die Bedingungen von Kranken- und Autoversicherungen können sich je nach persönlichem Score ändern. Verbraucher müssten über ihre Bewertung kostenlos informiert werden, forderte der Sachverständigenrat.

          Ein Sozialpunktesystem, mit dem in China ab 2020 zwischen „guten“ und „schlechten“ Bürgern unterschieden werden soll, schloss Barley für Deutschland und Europa aus. „Ein Scoringsystem, wie es die chinesische Regierung anstrebt und derzeit erprobt, ist mit unserer Rechts- und Werteordnung unvereinbar“, sagte sie. In China gibt es Punktabzug beispielsweise für Verkehrsvergehen oder Zahlungsverzug bei Rechnungen, mit Spenden oder Freiwilligenarbeit lässt sich das Konto auffüllen.

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