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Von Airbnb bis Travelscout : Ein Ratgeber für Nutzer von Reiseportalen

  • -Aktualisiert am

Im Wirrwarr der Portale Bild: FAZ

Airbnb, Blablacar, Booking.com - auf Reisen sind digitale Vermittler praktisch. Werden dafür Gebühren fällig, ist Kreativität gefragt.

          6 Min.

          Seit einigen Jahren tummeln wir uns auf vielen digitalen Plattformen, die uns das Leben erleichtern - oder zumindest vorgeben, es zu tun. Vor allem beim Reisen greifen wir gerne darauf zurück. Sei es, um die günstigste Anreise oder die besten Unterkünfte zu finden. Zwar geben die Anbieter nur ungern Zahlen preis, doch die Tendenz ist eindeutig: Die Zahl der Vermittlungen durch Portale wie Blablacar, Airbnb und Booking.com wächst rasant.

          Doch was am Anfang oft harm- und kostenlos anfängt, muss nicht lange so bleiben. Ist erst einmal eine gewisse Marktstellung erreicht, wollen die Anbieter der praktischen Vermittlerdienste Geld verdienen - und führen Gebühren ein. Diese sind mal mehr, mal weniger ersichtlich. Das sorgt bei den Nutzern für großen Ärger. Sie suchen nach Lösungen, die lästigen Abgaben zu umgehen.

          Blabla schlägt Mitfahrgelegenheit

          Das zeigt sich in diesen Tagen bei den online ausgeschriebenen Mitfahrgelegenheiten in privaten Wagen. Vor noch nicht allzu langer Zeit war auf diesem Gebiet Mitfahrgelegenheit.de führend - bis die Plattform 2013 Gebühren für ihre bis dahin kostenlose Vermittlung von Fahrgemeinschaften einführte. Das Resultat: Die Leute suchten sich eine kostenlose Alternative und fanden diese in der französischen Firma Blablacar, die vor drei Jahren nach Deutschland kam, 2015 den Konkurrenten übernahm und nun unumstrittener Platzhirsch hierzulande ist.

          Nicht nur in Deutschland läuft es rund: In 22 Ländern ist Blablacar schon unterwegs. 30 Millionen Mitglieder zählt die Plattform weltweit, zehn Millionen Reisende vermittelt sie mittlerweile im Quartal, die Zahl der Fahrten verdoppelt sich jährlich.

          Wer Geld will, verliert Nutzer

          In Deutschland wird alle acht Sekunden eine Fahrt über Blablacar gebucht. Laut eigenen Angaben deckt das Unternehmen rund 90 Prozent des Mitfahrmarktes ab. Diese Stellung nimmt Blablacar nun zum Anlass, für ihre Vermittlerdienste Geld zu verlangen. Schließlich muss sich das schnell expandierende Unternehmen mit seinen 500 Mitarbeitern irgendwie finanzieren. Eine Alternative zu Gebühren wäre Werbung, doch darauf will Blablacar verzichten.

          Noch im Laufe des Jahres sollen Mitfahrer eine Gebühr von etwa 2 bis 3 Euro zahlen - deutlich weniger als eine Platzreservierung bei der Bahn, die meist 4,50 Euro kostet, so der Hinweis des Unternehmens. Das klingt erst einmal gut, aber bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass Blablacar damit teilweise noch über den Gebühren liegt, mit denen damals Mitfahrgelegenheit.de gescheitert ist.

          Zwei Beispiele: Auf der Fahrt von Köln nach Frankfurt würden voraussichtlich zwei Euro Gebühr fällig, bei Fahrtkosten von rund zehn Euro. Das macht eine Gebühr von 20 Prozent des Fahrpreises. Auf einer Fahrt von Rostock nach Flensburg, Fahrpreis etwa 14 Euro, wären ebenfalls zwei Euro und damit immerhin gut 14 Prozent vom Fahrpreis fällig. Zum Vergleich: Mitfahrgelegenheit.de versuchte es damals mit elf Prozent - und fiel bei den Verbrauchern durch.

          Kampf zwischen Sparfüchsen und Geldeintreibern

          Natürlich drängt sich die Frage auf, ob es möglich ist, die Gebühren zu umgehen. Nach dem alten System wäre dies einfach: Ein Mitfahrer kontaktiert über eine private Nachricht den Fahrer, man tauscht sich aus und vereinbart unabhängig von Blablacar eine Fahrt. Doch so leicht macht es Blablacar den Nutzern zukünftig nicht mehr, Schritt für Schritt wird bereits ein neues System eingeführt: Privater Kontakt ist nur noch dann möglich, wenn der Mitfahrer einen Sitzplatz reserviert hat - verbindlich und gegen Vorabzahlung.

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