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Von Airbnb bis Travelscout : Ein Ratgeber für Nutzer von Reiseportalen

  • -Aktualisiert am

Bei Airbnb ist der Anreiz dagegen sowohl für Anbieter als auch Interessent hoch, das System zu umgehen, denn beide müssen Gebühren zahlen. Da hilft es, sich eine sehr kreative Art zur Umschreibung von Kontaktdaten auszudenken, so dass das Kontrollsystem ausgetrickst wird. Falls das gelingt, können beide Seiten unter sich einen Deal aushandeln.

Gleichzeitig muss sich vor allem der Suchende bewusst sein, dass diese Variante nicht ohne Risiko ist. Denn Airbnb sorgt dafür, dass der Gastgeber sein Geld erst 24 Stunden nach dem Check-in erhält. Falls also etwas schiefläuft und die Wohnung sich als Albtraum entpuppen sollte, bietet Airbnb eine gewisse Sicherheit, und das Geld ist nicht gleich weg. Auch als Anbieter hat man weniger Sanktionsmöglichkeiten, falls die Besucher völlig über die Stränge schlagen. Eine etwas altmodische, aber sicherere Alternative ist, sich im Bekanntenkreis umzuhören, ob jemand eine Unterkunft vor Ort empfehlen kann, und sich den direkten Kontakt geben lassen.

Ebenfalls eine beliebte Anlaufstelle bei der Planung der Urlaubsunterkunft sind Vergleichs- und Buchungsplattformen wie Booking.com, das vergangenes Jahr einen Marktanteil von 60 Prozent bei Hotelbuchungsportalen in Deutschland erreichte.

Hier muss zwar der Interessent keine direkte Gebühr zahlen, dafür aber die Hotels: 15 Prozent Vermittlungsprovision zahlen viele an Booking.com. Es geht auch etwas günstiger, doch dann landet das Hotel im Ranking auf der Website zur Strafe weiter unten.

Lange Zeit galt: Auf den Vergleichsplattformen findet der Suchende die günstigen Preise. Das war für die Verbraucher ein toller Service, und die Preise der Hotels gerieten so unter Druck. Die Portale warben mit diesem Versprechen und konnten die Hoteliers dazu bringen, auf ihrer eigenen Website höhere Preise für Zimmer zu verlangen als auf den Plattformen. Denn Booking.com und zuvor bereits Konkurrent HRS hatten sich nach und nach eine solche Stellung erarbeitet, dass es sich nur wenige Hotels leisten konnten, nicht auf diesen Plattformen zu erscheinen.

Die Hotels sind so über die Jahre in ein immer stärkeres Abhängigkeitsverhältnis zu den Buchungsplattformen gekommen, die neue Preistransparenz sorgte für Druck auf die Margen. Um diese Abgaben zu kompensieren, begannen sie, an anderen Stellen zu sparen, was der Gast dann zum Beispiel beim Service zu spüren bekam.

Doch mittlerweile haben Gerichte in mehreren Urteilen diese Meistbegünstigungsklausel - auch Bestpreis-Klausel genannt - kassiert. Zunächst bei HRS, dann auch bei Booking.com. Beide legten Einspruch ein, beide wurden abgewiesen. Ähnliche Verfahren, zum Beispiel gegen Expedia, laufen.

Die Folge ist, dass viele Hotels auf ihrer eigenen Website die Zimmer nun mindestens zum gleichen Preis, wenn nicht sogar günstiger anbieten. Die lange „antrainierte“ und meist auch gültige Faustregel für den Verbraucher, dass es auf den Plattformen immer die günstigsten Preise gibt, stimmt nun nicht mehr. Im Gegenteil gehen einige Hoteliers dazu über, die 15 Prozent Vermittlungsprovision als Aufschlag direkt an den Kunden weiterzugeben.

Es ist also empfehlenswert, sich weiterhin auf Booking oder anderen Plattformen inspirieren zu lassen und sie zum Vergleich zu nutzen - nicht nur beim Preis. Immer im Hinterkopf behalten sollte man, dass das Ranking der Hotels nicht objektiv ist. Hat man dann jedoch eine überschaubare Auswahl getroffen, sollte man nicht sofort über die Plattform buchen, sondern vorher die Website der interessanten Unterkunft anschauen, ob die Preise dort nicht attraktiver sind. Es kann auch nicht schaden, telefonisch oder per E-Mail nachzufragen, ob nicht vielleicht noch etwas am Preis zu machen ist. Und wenn nicht dort, dann vielleicht beim Service.

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