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Von Airbnb bis Travelscout : Ein Ratgeber für Nutzer von Reiseportalen

  • -Aktualisiert am

Und reservieren, sich austauschen und dann stornieren? Das funktioniert bisher noch ohne Verlust, zumindest bis 24 Stunden vor der Fahrt bekommt man noch die vollständige Rückerstattung der Fahrtkosten, die via Kreditkarte oder Paypal beglichen werden.

Doch wer denkt, auf diese Art und Weise Blablacar dauerhaft austricksen zu können, wird enttäuscht. Denn sobald auch das Gebührensystem eingeführt ist, erhält der Mitfahrer bei einer Stornierung zwar die Fahrtkosten zurück. Die Vermittlungsgebühr wird aber auf jeden Fall fällig, egal wie früh eine Fahrt storniert wurde.

Airbnb will auch seinen Schnitt machen

Auch Airbnb versucht, die Kommunikation zwischen Anbieter und Interessent zu stören, damit beide die Gebühren nicht einfach umgehen. Bei dem Betten- und Wohnungsvermittler ist die Annonce wie bei Blablacar kostenlos, doch der Gastgeber zahlt drei Prozent und der Gast je nach Höhe des Gesamtbetrags sechs bis zwölf Prozent Gebühr. Je teurer die Buchung ist, desto niedriger fällt der Prozentsatz aus. Zusätzlich müssen Nutzer bestimmter Länder - dazu gehören auch jene, die ihren Wohnsitz in der Europäischen Union haben - noch Geld für die Mehrwertsteuer berappen. Wird eine Buchung storniert, werden mindestens diese Gebühren fällig.

Wie Blablacar versucht auch Airbnb einiges, um zu verhindern, dass Anbieter und Interessent auf direktem Wege zueinanderfinden. Das fängt bereits damit an, dass für den Suchenden die Adresse der Wunschunterkunft nicht genau ersichtlich ist, solange noch nichts reserviert wurde. Die Anfrage ist mit einer privaten Nachricht über Airbnb zwar vorher möglich.

„Sensitive contents hidden“

Aber auf diesem Weg Kontaktdaten wie Telefonnummer, E-Mailadresse und Anschrift austauschen zu können ist eine echte Herausforderung. Das System erkennt und zensiert neben der normalen Schreibweise solcher Angaben auch durchaus kreative Abwandlungen, wie zum Beispiel, wenn man eine Null statt einem „o“ verwendet. Beim Gegenüber erscheinen an solch einer Stelle stattdessen Hinweise wie „phone number hidden“, „email hidden“ oder „sensitive contents hidden“.

Das gleiche Phänomen tritt auf, wenn der Gastgeber versucht, seine Kontaktdaten in der Annonce unterzubringen. Auch dort schlägt das System zu und zensiert auf dieselbe Weise wie in den privaten Nachrichten.

Bei Blablacar kann der Fahrer in seine Angebotsbeschreibung seine Kontaktdaten gar nicht erst im Formular unterbringen. Das System erkennt Telefonnummern und E-Mail-Adresse und generiert eine Fehlermeldung, wenn man das Angebot aufschalten will, und verhindert so die Veröffentlichung. Doch der Fahrer hat im Gegensatz zu seinen Mitfahrern ohnehin einen geringeren Anreiz, Blablacar zu umgehen: Er muss keine Gebühren zahlen und hat durch das neue System mehr finanzielle Sicherheit, da die Buchungen verbindlicher werden.

Was kann der Mitfahrer also am besten tun? Zunächst ist es sinnvoll, bei den (noch) kostenlosen alternativen Plattformen für Fahrgemeinschaften zu schauen, wie etwa Bessermitfahren.de, MiFaz.de oder dem ADAC-Mitfahrclub. Die Frage ist nur, ob einer der bisher unbedeutenden Anbieter eine kritische Masse erreichen kann, um Blablacar langfristig Paroli bieten zu können, und dem Unternehmen am Ende dasselbe Schicksal widerfährt wie damals Mitfahrgelegenheit.de. Falls man regelmäßig auf bestimmten Strecken unterwegs ist, sollte man zudem ab sofort Kontakte der Fahrer speichern und nachfragen, ob diese ebenfalls regelmäßig dort unterwegs sind, um später direkt bei ihnen anfragen zu können.

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