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Preisvergleich : Strompreis sinkt erstmals seit langem

Was macht der Strompreis? Bild: dpa

Strom ist für Verbraucher im Durchschnitt deutlich günstiger als noch vor einigen Monaten. Dahinter steckt wohl vor allem die Mehrwertsteuersenkung.

          2 Min.

          Erstmals seit längerem ist offenbar der Strompreis, den Verbraucher in Deutschland zahlen müssen, im Durchschnitt spürbar gesunken. Das berichtet das Internetportal Check 24. Nachdem der Strompreis bis zum Frühjahr von einem Höchstwert zum nächsten geklettert sei, zeichne sich jetzt eine leichte Entspannung ab. Auf dem vorläufigen Höhepunkt im Mai kosteten 5000 Kilowattstunden Strom – die Menge, die ein Haushalt ungefähr im Jahr verbraucht – 1516 Euro. Jetzt im August koste die gleiche Menge 3Prozent weniger. „In der zweiten Jahreshälfte ist der durchschnittliche Strompreis bislang etwas zurückgegangen“, sagte Lasse Schmid, Geschäftsführer Energie bei Check 24. „Offenbar geben die Stromanbieter die Mehrwertsteuersenkung an die Kunden weiter.“ Diese Einschätzung vertritt auch das konkurrierende Vergleichsportal Verivox.

          Unterschiedliche Verträge 

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Viele Verbraucher allerdings werden das noch gar nicht merken. Die vorübergehende Absenkung der Mehrwertsteuer wird häufig erst mit der Jahresabrechnung umgesetzt, wie die Verbraucherzentralen berichten. Dann lohne sich ein Blick darauf, ob alles richtig berechnet werde. Die Abschlagszahlungen, die von den Verbrauchern regelmäßig zu entrichten seien, würden jetzt in der Regel nicht verringert, sagte Michelle Jahn, Syndikusrechtsanwältin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Allerdings gibt es da offenbar unterschiedliche Verträge. Verivox hatte zudem darauf hingewiesen, dass viele Versorger um den Jahreswechsel den Preis so stark angehoben hatten, dass die Steuersenkung dadurch mehr als ausgeglichen wird und die Kunden wenig davon haben.

          Im internationalen Vergleich weiter teuer

          Dabei sind die Entwicklungen an der Strombörse und bei den Strompreisen für Haushalte offenbar gegenläufig. Während Strom an der Börse im April wegen der Corona-Krise besonders billig war und unter Umständen sogar negative Werte erreichte, war damals der Strom für Verbraucher, von denen zu der Zeit viele im Homeoffice arbeiteten, sogar besonders teuer. Seither nun ist der Strompreis an der Strombörse wieder gestiegen, unter anderem wegen des Hochfahrens der deutschen Wirtschaft und eines höheren Stromverbrauchs dort. Im Gegenzug ist der Strompreis für Verbraucher wieder etwas gesunken. Insbesondere alternative Stromanbieter hätten zuletzt ihre Preise gesenkt, um neue Kunden zu werben.

          Unter den Ländern Europas gehört Deutschland gleichwohl weiterhin mit zu denen mit dem höchsten Strompreis. Zuletzt konkurrierte es nur noch mit Dänemark um den ersten Platz. Im Durchschnitt des laufenden Augusts kommt Check 24 für Deutschland auf einen Verbraucher-Strompreis von 29,46 Cent je Kilowattstunde bei der Abnahme von 5000 Kilowattstunden. Im Verlauf des vergangenen Jahres betrug der durchschnittliche Strompreis in der EU 21,66 Cent. An der Spitze stand Dänemark mit 29,24 Cent, vor Deutschland mit 28,73 Cent und Belgien mit 28,6 Cent. Für das nächste Jahr will die Bundesregierung die Ökostrom-Umlage EEG, einen Bestandteil des Strompreises, zumindest deckeln. Wie viel das für Verbraucher beim Strompreis ausmachen wird, ist aber noch unklar.

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