https://www.faz.net/-hbv-7kc14

Preisvergleich : Bahnfahren ist fast immer billiger als Fliegen

  • Aktualisiert am

Im Schnitt 93 Prozent billiger: Reisen mit der Bahn Bild: obs

Auf kurzen Strecken ist die Reise mit der Bahn dem Flugzeug vorzuziehen – und das nicht nur aus Klimaschutzgründen. Das ist eines der Ergebnisse des neuesten Bahn-Flug-Preisvergleichs vom Verkehrsclub VCD.

          1 Min.

          Ob nach Paris, Amsterdam oder Wien – wer mit der Bahn statt mit dem Flugzeug in Nachbarländer reist,  kommt fast immer deutlich günstiger davon. Das geht aus einem Bahn-Flug-Preisvergleich für 374 Reisen hervor, den der ökologische. Verkehrsclub VCD nun vorstellte. „Insbesondere auf kurzen Strecken ist die Reise mit der Bahn dem Flugzeug vorzuziehen, nicht nur aus Klimaschutzgründen“, lautet das Fazit von VCD-Expertin Heidi Tischmann. Der Zürcher Mobilitätsforscher Thomas Sauter-Servaes nahm für den VCD elf Strecken in Nachbarländer unter die Lupe. Das zentrale Ergebnis:

          In 93 Prozent ist die Bahn billiger als der Flieger, im Durchschnitt kostet das Flugticket sogar doppelt so viel. Und je kurzfristiger gebucht wird, desto höher ist der Vorteil. So spare eine vierköpfige Familie, die die Urlaubsreise nach Paris, Amsterdam oder Wien einen Tag vor Reiseantritt buche, mit der Bahn im Schnitt 644 Euro, heißt es in der Studie. Bei einer Buchung zwölf Wochen vor Reiseantritt betrage die durchschnittliche Ersparnis immer noch 321 Euro. Billiger seien aber auch etwa eintägige Geschäftsreisen. Nur bei den Wochenendtrips könne sich das Fliegen lohnen: so sei etwa ein Flug zwischen Frankfurt und Paris für zwei Erwachsene um durchschnittlich 146 Euro günstiger als die Bahnfahrt.

          Verhältnis Bahnpreis zum Flugpreis
          Verhältnis Bahnpreis zum Flugpreis : Bild: VDC

          Nicht zuletzt aus Klimaschutzgründen fordert der VCD von der Politik, die Förderung des Luftverkehrs abzubauen, damit das Bahnreisen im Vergleich noch attraktiver wird. „Der Preisvorteil der Bahnreise wäre noch deutlicher, würde es die steuerliche Ungleichbehandlung von Bahn und Flugverkehr nicht geben“, sagte VCD-Vorstand Michael Ziesak. „Der Flugverkehr ist von jeglicher Besteuerung des Flugbenzins befreit und bei Auslandsflügen wird keine Mehrwertsteuer erhoben.“ Die Subventionen „für das klimaschädlichste Verkehrsmittel“ beliefen sich insgesamt auf jährlich „nicht akzeptable 10,4 Milliarden Euro“.

          Außerdem fordert der Club die europäische Integration des Bahnverkehrs, damit das grenzüberschreitende Zugfahren einfacher wird. „Es muss möglich werden, in allen Ländern für alle Bahnreisen durch Europa Fahrkarten kaufen zu können – zu denselben Bedingungen und zu einheitlichen Preisen“, sagte Ziesak.

            

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der amerikanische Präsident Joe Biden (Archivbild)

          Corona-Vakzine : Bidens Kehrtwende bei den Impf-Patenten

          Amerikas Präsident Joe Biden ist nun doch dafür, den Patentschutz bei Corona-Impfstoffen zu lockern. Ärmere Länder, in denen das Geld knapp ist, könnten so billigere Alternativen produzieren.
          Die frisch renovierte Carlebach-Synagoge im Lübecker Stadtteil St. Annen.

          Antisemitismus : Die beschwiegene Quelle des Judenhasses

          Die Polizeistatistik zum Antisemitismus ist verzerrt und steht in auffallendem Kontrast zu wissenschaftlichen Studien. Doch Innenminister Seehofer gibt das schiefe Bild einfach weiter.

          Schottlands Schicksalswahl : Niemand möchte eine Grenze

          Die Wahl in Schottland könnte das Vereinigte Königreich zerreißen und über das Schicksal von Boris Johnson entscheiden. Ausgerechnet die Brexiteers lobpreisen die Vorzüge einer Union – und Brexit-Gegner einen Austritt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.