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Bauern besorgt : Aldi senkt den Milchpreis

  • Aktualisiert am

Für Milch müssen Kunden im Moment weniger bezahlen. Bild: dpa

Aldi legt vor und senkt den Milchpreis – und die Konkurrenz zieht nach. Die Verbraucher dürfte es freuen, doch sie müssen dafür mehr für Butter zahlen.

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          Milch wird billiger, Butter teurer: In den Kühlregalen der Supermärkte gibt es wieder deutliche Preisveränderungen. Am Donnerstag legten Aldi Süd und Aldi Nord vor und senkten die Preise für Frisch- und H-Milch deutlich. Der Liter Vollmilch in der untersten Preiskategorie kostet fortan nur noch 69 Cent statt bisher 78 Cent. Der Preis für den Liter fettarme Milch der Eigenmarke geht von 68 auf 61 Cent zurück.

          Der 1. Mai ist der Stichtag für neue Halbjahres-Lieferverträge zwischen Molkereien und Handelskonzernen für Trinkmilch sowie für eine Reihe von Milchprodukten in unteren Preislagen.

          Die von Aldi festgelegten Milchpreise gelten in der Regel als Orientierungswert für die anderen Supermarktketten. Rewe kündigte am Donnerstag schon an, die Preise „zeitnah“ entsprechend zu ändern. Die Handelskette Norma zog umgehend nach und senkte die Milchpreise auf das gleiche Niveau wie Aldi. Lidl bestätigte die Preissenkung für Vollmilch. Edeka äußerte sich mit Verweis auf Wettbewerbsgründe nicht.

          Gestiegene Milchmenge macht Milch günstig

          Im Gegensatz zur Milch erhöhte Aldi die Butterpreise am Donnerstag deutlich. Der Preis für das 250-Gramm-Stück stieg bei Aldi Nord und Süd um 20 Cent auf 1,79 Euro. Das bedeutet einen Aufschlag von rund 12,6 Prozent. Auch hier dürfte die Konkurrenz bald nachziehen.

          Grund für den starken Rückgang beim Preis für Trinkmilch sei vor allem die zuletzt wieder gestiegene Milchmenge, sagte Björn Börgermann, Referent beim Milchindustrieverband, der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings: „Die weltweite Lage am Milchmarkt ist derzeit äußerst indifferent.“ Während die Milchmenge in Irland und Neuseeland jüngst unter dem Vorjahresniveau blieb, steigerten die Vereinigten Staaten als weiterer wichtiger Anbieter auf den internationalen Märkten die Produktion deutlich.

          Was die Verbraucher mit Blick auf den Geldbeutel freut, sorgt bei den Milchbauern für Unmut. Sie rechnen damit, dass die Molkereien ihnen bald auch weniger für die Milch auszahlen könnten. „Es ist zu viel Milchmenge in dem Bereich da, und die Molkereien haben sich bei den Verhandlungen mit dem Handel wieder gegenseitig unterboten“, sagte der Sprecher des Deutschen Milchviehverbands, Hans Foldenauer. „In der Summe sind es wir Milchbauern, die dafür die Zeche zahlen.“ Zu einer klaren Verbesserung der Auszahlung der Molkereien an die Milchbauern werde es nicht kommen. Derzeit erhalten sie Foldenauer zufolge noch mehr als 30 Cent pro Liter.

          Hohe Nachfrage nach Fett

          Verantwortlich für den Preisanstieg bei Butter ist den Experten zufolge die hohe Nachfrage nach Fett. „Der Fettgehalt in der Rohmilch ist Anfang des Jahres niedriger gewesen“, sagte Börgermann vom Milchindustrieverband. Gleichzeitig sei viel davon für die Herstellung von fetthaltigerem Käse benötigt worden, „weil man da eine bessere Verwertung hatte“. Hinzu komme die beginnende Spargelsaison, in der viel Butter gegessen wird.

          Die Butterpreise waren Ende des vergangenen Jahres zeitweise auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten gestiegen. Noch im September kostete das 250-Gramm-Paket im Preiseinstiegs-Bereich 1,99 Euro. Inzwischen haben sich Preis und Nachfrage wieder normalisiert.

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